Nach Großbrand: Saarburger Verwaltung soll Ende nächster Woche wieder einsatzfähig sein (Fotos/Video)

Nach Großbrand : Saarburger Verwaltung soll Ende nächster Woche wieder einsatzfähig sein (Fotos/Video)

Die Polizei hat das Rathaus auf dem Schlossberg untersucht und bislang keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden. Dafür hat der Bürgermeister Ersatzunterkünfte für seine Leute aufgetan.

Beim verheerenden  Brand der Saarburger Verwaltung in der Nacht zum Montag hat die Polizei den Weg für die Feuerwehr durch die Innenstadt frei gemacht. Am Dienstagabend hat sie der Verwaltung einen Raum für eine Pressekonferenz zur Verfügung gestellt. Dort verkündete Karl-Peter Jochem, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier, dass die Brandermittler der Kripo bislang keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden hätten. Sie hätten den Dachstuhl, in dem das Feuer ausgebrochen sei, untersucht. Über die Brandursache könnten sie noch nichts sagen. Für endgültige Aussagen will die Polizei die Gutachten abwarten. Sicher sei, dass die Versicherung Gutachten in Auftrag gebe. Die Staatsanwaltschaft prüfe noch, ob sie dies ebenfalls tue.

Die Geschwindigkeit, mit der Bürgermeister Jürgen Dixius zusammen mit seinen Mitarbeitern erfolgreich nach Ersatzräumen gesucht hat, spiegelte sich womöglich in der Schnelligkeit seiner Erklärungen dazu wider. In rasendem Tempo erläuterte er, dass die Verwaltung, wenn alles gut laufe, Ende nächster Woche wieder „voll einsatzfähig“ sein werde. Und das soll so gehen: Bürgerbüro, Standesamt und das Briefwahllokal (für die Verbandsgemeinderatswahl am 14. Oktober) sollen in der kommenden Woche in das 160 Quadratmeter große einstige Sportgeschäft am Fruchtmarkt einziehen. Noch bis Ende dieser Woche ist ein Notbüro für das Standesamt im Kreiskrankenhaus Saarburg, Raum E 018, eingerichtet – jeweils von 9 bis 15 Uhr.

Die Verbandsgemeindewerke ziehen aus dem Gebäude Schlossberg 3 in Räume im Blümchesfeld um, wo auch ein Kindergarten entsteht. Im Schlossberg 3 befinden sich 13 Büros und ein Besprechungsraum, in die die Mitarbeiter aus dem Hauptgebäude umziehen. Der Server wurde dort schon installiert, so dass die Verwaltung ab dem heutigen Mittwoch wieder per Mail erreichbar ist. Das Telefon soll bis Ende nächster Woche wieder funktionieren.

Sofern die noch anstehenden  Luftmessungen im Nebengebäude mit dem Sozialamt, der VG-Kasse und der Bauabteilung in Ordnung sind, soll dieser Bau ebenfalls nächste Woche wieder genutzt werden können. Zusätzliche Büros, die laut Dixius auch im Hinblick auf die Fusion mit der VG Kell am See genutzt werden könnten, sollen in der Famo-Kaserne entstehen. Dort werde noch ein Glasfaserkabel benötigt. Dixius sagte: „Ich habe mit dem Innenminister gesprochen. Heute Mittag war deshalb dann auch schon die Telekom da.“

In das Ladenlokal am Fruchtmarkt, in dem zuletzt Schilder und davor Sportartikel verkauft wurden, sollen Bürgerbüro und Standesamt kommende Woche einziehen (Bild links). Derzeit ist für Notfälle noch ein prvisorisches Büro für das Standesamt im Kreiskrankenhaus untergebracht (Bild rechts). Foto: Friedemann Vetter

Der Verwaltungschef dankte neben den Einsatzkräften von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Deutschem Roten Kreuz und der Polizei auch allen übrigen Helfern. So habe der EDV-Spezialist der Verwaltung in kürzester Zeit den Server wieder zum Laufen gebracht. Die Städte Konz und Trier hätten zugesagt, Praktikanten zu übernehmen. Der Kreis stelle Monitore. Dixius Fazit lautete: „So schlimm, wie es ist, so stolz bin ich darauf, wie alle an einem Strang gezogen haben.“

Zur Höhe des Schadens am Verwaltungsgebäude konnte Dixius noch nichts sagen – außer, dass etwa die Hälfte der 80 Räume beschädigt sei. Der Verwaltungschef  nutzte zudem die Gelegenheit, dass er Journalisten von Funk und Presse vor sich versammelt hatte, um auf das Saarweinfest vom 1. bis 3. September hinzuweisen. Das Fest mit großem Umzug werde gefeiert – trotz der großen Aufgaben. Wehrleiter Bernhard Hein sagte zum Großbrand: „Als ich ein Video mit den meterhohen Flammen gesehen habe, habe ich gesagt: ,Ich weiß nicht, wie wir das Feuer so schnell ausgekriegt haben.’“ Um 18.48 Uhr war die Wehr alarmiert worden, um 23.19 Uhr war das Feuer aus. Dann haben die Nachlöscharbeiten begonnen.

270 Feuerwehrleute waren auch für Sicherungsarbeiten auf dem Schlossberg im Einsatz. Nur einer wurde leicht verletzt. Ihm geht es laut Hein wieder gut. Von fünf Drehleitern aus war das Feuer, das auf die Nachbarschaft überzugreifen drohte, bekämpft worden. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, neben den Wehren der Verbandsgemeinden Saarburg und Kell am See die Löschzüge Konz, Mettlach, Merzig und Trier zu alarmieren. Am Dienstagmorgen hatten die Feuerwehrleute zuletzt noch einmal eingreifen müssen, weil Glutnester erneut wieder aufgeflammt waren.

Großbrand in der VG-Verwaltung Saarburg

Für dringende Fälle ist die Verwaltung unter der E-Mail hotline@saarburg-kell.de zu erreichen. Weitere Infos im Internet: www.vg-saarburg.de

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