Saarburgs Innenstadt wird zur Bühne

Saarburgs Innenstadt wird zur Bühne

Bis in den November hinein präsentiert die gesamte Region grenzüberschreitend ihre Kultur in all ihren Facetten. Auftakt zur Reihe "Spiegelbilder" war jetzt in Saarburg, wo Marsch- und Showbands die zahlreichen Besucher rund um den Wasserfall unterhielten.

Saarburg. "Der Wert einer Region ist an ihrer Kultur zu erkennen." Diese Meinung vertritt Anette Barth, die Organisatorin des grenzüberschreitenden Kulturprogramms "Spiegelbilder". Seit 2007 werden in jedem Jahr außergewöhnliche Vorstellungen geboten. Mit vielen Trommeln, Pauken und Trompeten wurde gestern in Saarburg bei strahlendem Sonnenschein Eröffnung gefeiert.
Eine Musikkapelle braucht nicht steif auf einem Platz zu stehen. Sie kann auch tanzen, fast wie ein Ballett. Das bewiesen die rund 30 Musiker der Luma Marching Band aus Luxemburg auf dem großen City Parkplatz, wo sich jedoch nur rund 100 Zuschauer eingefunden hatten.
Doch auf dem Buttermarkt und am Wasserfall, dem Herzen der Stadt, geht das auch vor sehr viel mehr Publikum. Spontanapplaus war der Dank. Die Herzen flogen auch der nächsten Formation, dem Fanfarenzug Sarrebourg Hoff, zu. Lustig und überaus agil präsentierten die blau Uniformierten internationale Hits in ihrem ganz besonderen Klangbild.
Es wechselten sich der Musikverein Municipale de Sarrebourg, Lux Onions und die Group de Jazz du C.R.I.S. ab. Mittendrin Clown Lolek auf Stelzen, eine wahrhaft herausragende Persönlichkeit. Der freundliche Riese begeisterte Kinder später in seinem Programm in der Glockengießerei. Dieser kulturelle Spiegel der Region wird von der Europäischen Union, der Verbandsgemeinde und der Stadt Saarburg gefördert.
"Jeder, der Kultur sucht, soll sie bei uns finden", sagt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius.
Entspannt sitzt Diana Hauch bei einer Tasse Kaffee in der Sonne und genießt das bunte Treiben der Musikanten. "Das ist Musik, die richtig lebendig ist, nicht wie eine Berieselung von der CD", freut sich die Saarburgerin.
Auf Besuch bei seinem Bruder ist der Londoner Bijen Pourbehnam, der ebenfalls die Show genießt. "Die spielen so viele unterschiedliche Sachen. Das ist sehr interessant", findet der 42-jährige Brite. Hinter all dem musikalischen Zauber steckt die Kreativität der Kulturbeauftragten Barth, die sich beim Auftakt etwas alleingelassen fühlte. "Ich bräuchte eigentlich zehn Helfer für den Auf- und Abbau der verschiedenen Stationen, muss aber auf Verwandte, Freunde und einige Stadträte zurückgreifen, die eingesprungen sind", kritisiert sie.
Das ganze Jahr über organisiert die Kulturhistorikerin ehrenamtlich diese Veranstaltungsreihe, die am 28. Juli um 20 Uhr mit Steve Clayton, Eeco Rijken Rapp und Boogie-Woogie in der Kulturgießerei fortgesetzt wird.
Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es im Internet unter www.spiegelbilder-kultur.eu