Saarburgs Zukunft gibt's bald auf Papier

Saarburgs Zukunft gibt's bald auf Papier

Konversion, Verkehr, demografischer Wandel: Das neue Saarburger Stadtentwicklungskonzept schreibt fest, welche Herausforderungen die Stadt in den kommenden Jahren meistern will und wo Entwicklungsschwerpunkte liegen. Im März wird es der Öffentlichkeit vorgestellt.

Saarburg. Wie Saarburg in den nächsten Jahrzehnten aussehen soll, überlässt die Stadt nicht dem Zufall. Seit mehr als einem Jahr wird das neue Stadtentwicklungskonzept erarbeitet (der TV berichtete). In wenigen Wochen wird der rund 170 Seiten starke Plan der Öffentlichkeit präsentiert.

"Zurzeit laufen die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange", sagt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Das heißt, all jene Institutionen, die von einem solchen Konzept in irgendeiner Weise betroffen sind, werden gebeten, ihre Meinung mitzuteilen. Dazu gehören etwa die Bahn, der Landesbetrieb Mobilität sowie die Denkmalpflege und Nachbargemeinden.

Für ein neues Konzept war es Zeit: Das alte stammt aus dem Jahr 1990. "Damals war die Sanierung der Altstadt der Schwerpunkt", sagt Dixius.

Nun geht es darum, die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Die Stadt arbeitet dabei mit der Koblenzer Forschungs- und Innovations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung (Firu) zusammen.

Das Stadtentwicklungskonzept ist eine Richtschnur, an der sich die Kommune in den kommenden Jahren orientieren wird. Saarburg soll demnach weiter Bildungs- und Gesundheitsstandort sein, der Tourismus soll sich weiterentwickeln, außerdem soll die Versorgung als Mittelzentrum gesichert werden. So ist neben Handel in der Innenstadt und der Friedensaue auch ein Nahversorger in der Cité Nord in Beurig geplant. Außerdem auf der Agenda: Die Ordnung des innerstädtischen Verkehrs, die bereits mit der Sanierung der Graf-Siegfried-Straße begonnen wurde und mit dem geplanten Bau des Fruchtmarkt-Kreisels und des Kreisels an der B 407 weitergeht.

Ideen aus dem Bürgerworkshop



Auch die Bewältigung der Leerstände der Militärflächen wird eine wesentliche Rolle spielen. Dies war im alten Konzept noch nicht festgeschrieben.

Vor rund einem Jahr hatte die Stadt einen Entwurf präsentiert, Schwachstellen herausgearbeitet und mit der Öffentlichkeit diskutiert. Unter anderem stellte sich heraus, dass es im Bereich des Bahnhofs Verbesserungspotenzial gibt (siehe Extra). "Hier sehen wir einen Handlungsschwerpunkt der nächsten Jahre", verrät Dixius. Neben der Richtschnur, die diese Handlungsschwerpunkte umfasst, bietet ein Entwicklungskonzept auch eine gewisse Planungssicherheit, so Dixius: "Es gilt über Legislaturperioden hinaus."

Die Ideen aus dem Bürgerworkshop sind inzwischen eingearbeitet. Wenn demnächst das Konzept erneut vorgestellt wird, sind die Saarburger aber wieder gefragt: "Gute Vorschläge von den Bürgern sind auf jeden Fall und weiterhin in unserem Interesse", sagt der Stadtchef. Auch diese sollen sich dann im Konzept wiederfinden. Dixius: "Bis Sommer wollen wir alles stehen haben." ExtraErgebnisse des ersten Bürgerworkshops: Unter dem Motto "Wir bilden Schwerpunkte für Saarburg 2020" haben die Bürger im April 2010 gemeinsam mit Stadt und dem Büro Firu unter anderem die "Problemzone" Bahnhof herausgearbeitet: Die Fußgängerunterführung ist zu eng, der Bahnübergang verursacht Verkehrsprobleme und auch in Sachen Barrierefreiheit ist noch einiges zu tun. Außerdem kam heraus, dass gerade in Beurig Entwicklungsbedarf bestehe. Mit dem Bau des neuen Stadtteilzentrums ist dort bereits ein erster Schritt hin zu einer nachhaltigen Entwicklung gemacht worden. (jka)

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