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Saisonstart gelungen, Zukunft gesichert

Saisonstart gelungen, Zukunft gesichert

SAARBURG. Knapp zwei Jahre vor seinem 100. Geburtstag scheint der Musikverein Saarburg-Beurig "voll im Saft" zu stehen. Beim traditionellen Frühlingskonzert in der ausverkauften Saarburger Stadthalle bewies das Orchester nicht nur stilistische Vielseitigkeit und handwerkliches Können, sondern auch seine Zukunftsfähigkeit.

Die Zeiten, da Musikvereine hauptsächlich mit traditionellen Märschen und volkstümlicher Musik beim Publikum punkten konnten, sind schon lange vorbei. Wer heutzutage die Konzertsäle füllen und für potenziellen Nachwuchs interessant sein will, der muss sich einem wesentlich breiteren musikalischen Spektrum öffnen. Für jeden Geschmack etwas dabei

Dem Musikverein Beurig scheint beides gelungen zu sein: Beim traditionellen Frühlingskonzert in der Saarburger Stadthalle spielten die Musiker aus Beurig vor mehr als 500 Zuhörern, und mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren scheint die Zukunft des derzeit 61-köpfigen Orchesters vorerst gesichert. Das ist angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen in den Vereinen keinesfalls selbstverständlich. Ein Blick ins Programm ließ schon vor Konzertbeginn die Vielseitigkeit des Blasorchesters aus dem Saarburger Stadtteil erahnen. Von klassischen Werken über Musical-Melodien bis hin zur modernen Rockmusik - auch der traditionelle Marsch fehlte nicht - dürfte für jeden Geschmack und alle Altersgruppen etwas dabei gewesen sein. Die durchweg positiven Reaktionen des Publikums schienen das zu belegen. Bei ihrem Frühlingskonzert setzten die Beuriger Musiker nicht nur auf ein breites stilistisches Spektrum. In vier unterschiedlichen Besetzungen präsentierten sie sich auf der Bühne. Den Auftakt machte das "Brass-Ensemble" des Vereins, ein knackiger Bläsersatz, bestehend aus drei Trompeten, Posaune, Waldhorn und Tuba. Als Vorspeise "servierten" die sechs Musiker dem Publikum drei schwungvolle Stücke - "Just a closer Walk", "Rozhlasmarsch" und "Fuchsgrabenpolka". In der Zwischenzeit machte sich bei den rund 40 Mädchen und Jungen des Jugendorchesters, die hinter dem geschlossenen Bühnenvorhang warteten, Lampenfieber breit. Immerhin stand elf Nachwuchsmusikern der erste große Auftritt bevor. Während die letzten Takte vom "Brass-Ensemble" erklangen, öffnete sich der Vorhang. Mit "The Masters take Hollywood" begann das Jugendorchester seinen Teil des Konzerts. Dabei schienen die klassischen Melodien des Stücks nicht ganz zu der lässigen, aus hellen T-Shirts mit dem Vereinsnamen bestehenden Kleidung der Interpreten zu passen. Am Ende aber sollte das zählen, was zu hören war. Das Publikum honorierte die drei Darbietungen mit viel Applaus - und spätestens bei "Best of Queen", einem Medley mit Titeln der britischen Popgruppe, passte auch das Outfit. Vor der Pause präsentierte sich die nach dem langjährigen Dirigenten Günter Wunder benannte "kleine" Besetzung des Musikvereins Beurig: die "Original Wunderländer" mit Anja Reinsbach als Solo-Trompeterin. Die zweite Hälfte des Frühlingskonzerts bestritt die komplette Besetzung des Musikvereins Beurig. Außer den fünf "geplanten" Darbietungen gab es mehrere Zugaben. Durchs Programm führte Klaus Becker.Dirigent bündelt die musikalischen Kräfte

Maßgeblichen Anteil am Erfolg der jüngsten Auflage des Frühlingskonzerts hatten die Musikerinnen und Musiker. Doch letztlich war es Dirigent Wolfgang Grün, der es verstanden hat, die "musikalischen Kräfte" zu bündeln und ein unterhaltsames und niveauvolles Konzert zusammenzustellen. Seiner offensichtlichen Freude über den gelungenen Saisonauftakt verlieh Vereinsvorsitzender Uwe Meyer mit den Worten Ausdruck: "Wäre nicht gerade Fastenzeit, dann würde ich eine Saalrunde spendieren."