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Saisonstart in Saarburger Museum: Laufende Bilder erklären klappernde Mühle

Saisonstart in Saarburger Museum: Laufende Bilder erklären klappernde Mühle

Mitten in der Stadt donnert der Wasserfall 17 Meter in die Tiefe um die Räder der Hackenberger Mühle anzutreiben. Das Mühlenmuseum zeigt die Arbeit, die dort in früheren Jahrhunderten bis 1974 geleistet wurde. Neu sind in diesem Jahr die sogenannte Milchecke und ein Videofilm über die historische Technik.

Wer Saarburg besucht, dem fällt ein tiefes Donnern auf, das immer lauter wird, je näher man sich dem historischen Stadtkern nähert. Der Blick auf das Wahrzeichen, den Wasserfall, ist eng verbunden mit der historischen Hackenberger Mühle. Sie steht Besuchern, die sich mit der Historie dieses Kleinods beschäftigen möchten, jetzt wieder offen.

Zur neuen Saison präsentiert sich das historische Gebäude in leuchtendem Ocker. Neu ist die sogenannte Milchecke, die aufzeigt, dass sich die Besitzerfamilie Hackenberger, von der die Mühle 1894 gekauft wurde, nicht auf ein Standbein verlassen hatte, sondern auch Kühe, Schweine und Pferde hielt. Neu ist auch ein 17-minütiger Videofilm über historische Mühlentechnik, den sich die Besucher ansehen können."Ältere Besucher erinnern sich"


Die Besucher Marina und Michael Wolferts aus Heimbach in der Eifel sagen nach den Ausführungen von Theresia Vadrot, die das Anwesen in seiner Bedeutung gerne als erstes Saarburger Industriegebiet bezeichnet: "Das war eine kompetente und sehr ausführliche Erklärung."

Gästeführerin Vadrot schwärmt: "Es ist eine herrliche Kulisse, wenn man auf diesen Mühlenkomplex schaut, aber umso interessanter, wenn man weiß, was dahintersteckt." Die Arbeit in der Mühle sei sehr hart, jedoch für die Bevölkerung auch überlebenswichtig gewesen.

Die Besucher können sich von der historischen Mühlentechnik in den Bann ziehen lassen. "Das waren Zeiten, die ältere Besucher noch erlebt haben, und deshalb werden hier viele Erinnerungen wieder wach", sagt die Fachfrau.
Gerne würde Theresia Vadrot noch mehr für die kleinen Besucher tun: "An der Schrotmühle fehlt nur die Kurbel. Dann könnten Kinder selbst Korn mahlen." Gerade die ganz jungen Besucher sollten ihrer Ansicht nach lernen, dass Essen früher nicht aus dem Supermarkt kam, sondern dass man hart dafür arbeiten musste.

4900 Besucher sind im vergangenen Jahr zwischen Ostern und Ende Oktober gekommen. 28 Gruppen nutzten das Angebot der Gästeführungen durch dieses wichtige historische Gebäude der Stadt. Rund 9000 Euro Aufwand ließ sich die Stadt dieses Angebot 2014 kosten, denn die Mühle ist von der Besitzerfamilie angemietet, die ehrenamtlichen Mühlenführer bekommen einen Anerkennungsbetrag und auch kleinere Reparaturen werden übernommen. Ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt des Industriedenkmals.

Der wirtschaftliche Erfolg Saarburgs war eng mit der Mühle, die nachweislich seit 1520 existiert, verbunden. Denn die Mühle hat Arbeitsplätze geboten. Später wurde die Wasserkraft der Leuk auch zur Stromgewinnung gewonnen. In das heutige Amüseum hat RWE 1935 das heute noch zu besichtigende Kraftwerk eingebaut. Diese beiden Museen sowie die Glockengießerei Mabilon können zusammen für 7 Euro Eintritt besichtigt werden. Die Eintrittskarte ist ein Jahr lang gültig.

Ein besonderer Tipp ist der Besuch an Pfingstmontag, 25. Mai, zum Deutschen Mühlentag. An diesem Tag ist der Eintritt frei. Kostenlose Führungen gibt es im Mühlenmuseum dann um 12 und um 15 Uhr.Extra

Das Mühlenmuseum ist von April bis Oktober dienstags bis freitags, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Einzelbesucher zahlen zwei Euro Eintritt, Jugendliche und Studenten 1,50 Euro, Kinder von sechs bis 14 Jahren 70 Cent. Die Familienkarte kostet 4,40 Euro. Gruppenführungen (maximal 15 Personen) in Deutsch kosten 45 Euro, in einer Fremdsprache 51 Euro. doth