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Sanierungsgebiet soll Investoren locken

Sanierungsgebiet soll Investoren locken

Mit ihrem Ja zum Sanierungsgebiet ebnet die Gemeinde Grimburg den Weg für einen attraktiveren Ortskern. Steuerliche Vorteile sollen motivieren, in unbewohnte oder verfallende Häuser zu investieren. Außerdem wird der steigenden Nachfrage nach Baumgrabstätten Rechnung getragen.

Grimburg. Die Ortsgemeinde Grimburg will ein Sanierungsgebiet ausweisen und so Investoren gewinnen. Wer innerhalb dieses Gebietes ein altes Haus kauft und saniert oder umbaut, kann auf Antrag mit steuerlichen Vergünstigungen rechnen. Für den 520-Einwohnerort wäre das die Chance. Denn es gibt etliche, teils seit Jahren unbewohnte Häuser, von denen einige bereits verfallen. Initiiert hat den Vorstoß das von der Verbandsgemeinde aufgelegte Förderprogramm (der TV berichtete). Wer einen Altbau wiederbelebt, kann aus diesem Topf 5000 bis 8000 Euro Zuschuss erhalten oder 3000 für den Abriss.
Der Thalfanger Architekt Hubert Schu ist beauftragt, im Ortskern ein Gebiet abzugrenzen. Das kostet die Gemeinde 12 000 Euro plus Mehrwertsteuer. Allerdings erhält sie Zuschüsse: 6600 Euro vom Land und 3000 Euro von der Kreis-Stiftung Zukunft. Grimburg selbst muss daher 2400 Euro plus 2280 Euro, Mehrsteuer aus 12 000 Euro, tragen. Ob sich Investoren locken lassen, muss laut Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber (FWG) abgewartet werden. Zumal bei manchen Häusern wohl nur noch der Abriss lohne. Laut Ratsmitglied Roland Brendel (CDU) gilt es umso mehr, zu "propagieren, dass wir wollen, dass jemand saniert".
Ein weiterer zeitgemäßer Schritt der Gemeinde ist die Erweiterung ihrer Friedhofsatzung um demnächst mögliche Baumgrabstätten. Die in Hermeskeil bereits geschaffene alternative Urnen-Beisetzungsform trifft zunehmend auch in Dörfern auf Interesse. Der dafür erforderliche Baum ist für Grimburg bereits bestellt: eine Blutbuche mit einem Stammdurchmesser von 40 bis 45 Zentimetern für 2150 Euro. Die Gebührenhöhe für eine für 25 Jahre überlassene Baumgrabstätte steht noch nicht fest. Denn noch ist offen, ob, wie in Hermeskeil, Holzstelen mit Messingschildern an die Verstorbenen erinnern sollen, oder Namen, Geburts- und Todesdatum in eine Steinstele eingraviert werden. Sobald Vergleichskosten vorliegen, wird der Rat die Gebühr festlegen. In Hermeskeil werden für Baumgrabstätten 500 Euro berechnet. Die Satzung wurde einstimmig mit drei Enthaltungen ergänzt.
Heftig diskutiert wurde der Sachstand Windkraft. Der Frust über die ständigen Hürden komme immer wieder hoch bei den Bürgern, die sich immens ärgerten, kommentierte Weber. Schließlich hätten sich viele Leute unendlich viele Gedanken gemacht, Verträge ausgehandelt und Zeit und Kosten investiert. Dass all das nun auf Eis liege, sei ein Versäumnis der Landesregierung, die grundlegende Fragen nicht geklärt habe. Wie mehrfach berichtet, bremsen im Hochwald Mopsfledermäuse die Pläne der Kommunen aus. Daher sollen nun neue Gutachten klären, ob die Tiere überhaupt so hoch fliegen, dass Windradrotoren ihnen gefährlich werden können. urs