Sanierungsplan für Schulzentrum steht - Kosten werden auf 34 Millionen Euro geschätzt

Sanierungsplan für Schulzentrum steht - Kosten werden auf 34 Millionen Euro geschätzt

Für die Sanierung des Schulzentrums in Konz will der Landkreis Trier-Saarburg ab 2017 deutlich mehr ausgeben, als ursprünglich geplant war. Eines der 15 Gebäude wird abgerissen und durch ein neues ersetzt.

Lokaltermin im Schulzentrum Konz. Ein Gang durch die Klassenzimmer gleicht - anders als in Erich Kästners fliegendem Klassenzimmer - nicht einer Reise in wenig erforschte Welten, sondern einer Zeitreise durch 50 Jahre Funktionalarchitektur. Im ältesten Teil, dem Gebäude F (siehe Grafik), fallen die Kacheln von der Wand. Die Mauern sind nicht gedämmt, viele Klassenzimmer für heutige Schülerzahlen zu groß und oft mit einer Akustik, die - so beschreibt es Gabriele Schmidt - das Unterrichten schwermachen. Nein, abheben will die Rektorin der Realschule plus nicht, aber von einem verbesserten "Lernraum" träumt auch sie.

Diesem Ziel könnte Schmidt nahegekommen sein, wenn das frühere Hauptschulgebäude abgerissen und der Bau eines Verbindungstrakts zwischen den Gebäuden I und A samt Aula abgeschlossen ist. Zusammen markieren beide Taten den Endpunkt einer umfassenden Generalsanierung des Schulzentrums. Wenn alles klappt wie geplant, könnte es in sieben Jahren so weit sein. Insgesamt will der Kreis 15 Gebäude und 28.000 Quadratmeter überbaute Nutzfläche bis Ende 2023 erneuern. Kalkulierte Gesamtkosten: 33,7 Millionen Euro.

Gebraucht wird das Geld, um beispielsweise Fassaden und Fenster zu sanieren, um Geschossdecken zu dämmen, um die Elektro- und Sanitärinstallationen zu erneuern sowie für den Abriss des Gebäudes F und den Neubau eines Verbindungstrakts samt Aula. "Die jetzt vorliegenden Zahlen sind keine Fantasiezahlen", sagt Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier-Saarburg, bei einem Ortstermin. Sie seien das Ergebnis der Untersuchung durch die Arbeitsgemeinschaft der Architekturbüros BHP und Rumpf aus Koblenz.

Schmidt und Manfred Coels, stellvertretender Rektor des Gymnasiums, freuen sich auf die Generalsanierung des Schulzentrums. "Das wird die Wege deutlich verkürzen", sagt Coels. "Wer heute als Lehrer vom Gymnasial- zum Realschultrakt wechseln muss, braucht Sportschuhe, um die Strecke in der kleinen Pause zurückzulegen." Er und seine Kollegin sind davon überzeugt, dass die Bauarbeiten "bei guter Planung" kaum Einfluss auf den Schulbetrieb haben.

24 Millionen Euro geplant

Der Untersuchung durch die Architekten war eine europaweite Ausschreibung des Auftrags vorausgegangen, da eine Vorprüfung vor zwei Jahren von einem Sanierungsvolumen von mindestens 24 Millionen ausgegangen war. "Uns war damals schon bewusst, dass diese Zahlen am Ende nicht belastbar sind", sagt Ludwig Wagner, der auf Seiten der Kreisverwaltung die Sanierung des Schulzentrums koordiniert. Der aktuellen Kostenprognose liegt - anders als bei der Vorprüfung - eine Bestandsaufnahme aller 15 Gebäude zugrunde, versichert Wagner.

Seit 2013 hat der Kreis bereits 1,3 Millionen Euro für den Brandschutz, für ein neues Lehrerzimmer im Gebäude J und für neue Verwaltungsräume ausgegeben. "Diese Arbeiten stützen auch die Generalsanierung des Gesamtkomplexes", sagt Schartz. Sie seien aus Sicherheitsgründen, und um den Schulbetrieb während des Umbaus aufrechtzuerhalten, nötig gewesen.

Schartz rechnet damit, dass die Generalsanierung 2017 starten kann. Bis dahin seien noch umfangreiche Abstimmungen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier sowie der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) nötig. Von den Kosten wird der Landkreis über 50 Prozent selbst tragen.Extra

Das Gymnasium Konz besuchen zurzeit circa 930, die Realschule plus circa 540 und die Fachoberschule knapp 70 Schüler.
Als Erstes sollen 2017 die Saar-Mosel-Halle (Gebäude N), die Bibliothek im Gebäude C und die WC-Anlagen im Gebäude J saniert werden. Voraussichtliche Kosten: 4,7 Millionen Euro. 2018 folgen die Gebäude E und D (Kosten: 4,5 Millionen Euro). Die Mehrzweckhalle (Gebäude M) und das Gebäude G sind 2019 dran (Kosten: fünf Millionen Euro). Die Gebäude J, K und L sollen 2020 für 4,1 Millionen Euro erneuert werden. 2021 stehen die Gebäude H, A und B auf der Agenda (Kosten: sieben Millionen Euro). Die Gebäude C und I stehen 2022 an. Zeitgleich wird das ehemalige Hauptschulgebäude (Gebäude F) abgebrochen. Voraussichtliche Kosten hier: 1,3 Millionen Euro.
Zum Abschluss der Generalsanierung wird 2023 der Verbindungsbau zwischen den Gebäuden I und A sowie eine Aula für 5,4 Millionen Euro gebaut. Für die Sanierung der Schulhöfe und Lehrerparkplätze stehen 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. itz