Sankta Maria II wird getauft

Oberbillig und Wasserbillig feiern am Samstag die Namensgebung der Elektrofähre.

Konz Die neue Elektrofähre ist vor anderthalb Wochen im Merterter Hafen angekommen. Nach einer 1300 Kilometer langen Überfahrt von der Ostsee wurde sie in das Becken gehoben ("Nun schwimmt sie auf der Mosel", TV vom 15. November). Diese Woche sind zwei weitere wichtige Termine für das 1,7 Millionen Euro teure Schiff. Nach der Abnahme durch eine Schiffsuntersuchungskommission am heutigen Donnerstag steht am Samstag, 25. November, die Taufe der Sankta Maria II an.
Die EU fördert die Fähre mit 660 000 Euro aus dem Interreg-Programm für interregionale Zusammenarbeit. Künftig wird sie zwischen Oberbillig (Deutschland) und Wasserbillig (Luxemburg) verkehren. Deshalb ist auch die Feier international. Sie beginnt mit der Überfahrt vom Merterter Hafen nach Oberbillig. Die Musikvereine aus Oberbillig und Wasserbillig geben auf der Mosel ein paar Lieder zum Besten. Feuerwehren aus beiden Orten stehen Spalier, auch die Nikolausbruderschaft ist beteiligt. Um 11 Uhr beginnen die Feierlichkeiten an Land. Am Oberbilliger Fähranlieger begrüßt Ortsbürgermeister Andreas Beiling die Gäste. Dann folgt die Schiffstaufe und -segnung. Dazu hat sich unter anderem ein Mitglied der großherzoglichen Familie angekündigt. Laut jüngsten Informationen wird Guillaume, der älteste Sohn des Großherzogs, anwesend sein. Nach dem Festakt in Oberbillig zieht die Festgesellschaft weiter nach Wasserbillig. Dort wartet die Princesse Marie Astrid auf sie, wo weitergefeiert wird.
Damit die Feierlichkeiten überhaupt steigen können, muss die Fähre heute ein vorläufiges Schiffsattest bekommen. Nur dann darf sie auf der Mosel fahren. Das Attest ist auch die Voraussetzung dafür, dass die Sankta Maria II am Sonntag, 10. Dezember, den Fährbetrieb übernehmen kann. Die alte Fähre bleibe den Menschen noch bis zum nächsten Sommer erhalten - auch als Unterstützung, falls mit der neuen Fähre nicht alles rundlaufe, sagt Beiling. Es stehe noch nicht fest, was später aus dem Boot werde. Zunächst wird die alte Dame am Schiffsanleger der Firma Wacht in Wasserliesch geparkt.Extra: TECHNISCHE ASPEKTE UND HINTERGRUND


Die Oberbilliger Fähre bezieht ihre Energie aus zwei unabhängig voneinander geschalteten Batterien, die an der Ladestation in Oberbillig aufgeladen werden. Eine Ladung soll für zwei Tage Fährbetrieb reichen. Die an der Fähre angebrachten Solarmodule produzierte Energie wird für die Bordverbraucher (Ruderanlage, Navigation, Rampenhydraulik, Führerhausheizung) genutzt. Die Sankta Maria II ist nicht die erste Elektrofähre auf deutschen Binnengewässern. Schon 1908 schipperte die elektrische Rheinfähre Godesberg-Niederdollendorf über den Fluss. Sie war bis zu ihrer Zerstörung durch die Wehrmacht am 8. März 1945 in Betrieb. Im nordfranzösischen Quillebeuf-sur-Seine gab es zwischen 1908 bis 1930 eine Elektrofähre namens l'Ampère.