Satter Sound und Ladies in Leder

Harley Davidson und Frauen - passt das zusammen? Ja, und wie! 160 "Ladies of Harley" gaben sich am Samstag in Konz-Könen die Ehre.

Konz-Könen. (kdj) Welch ein Sound! In Fernost sollen Sound-Designer versucht haben, den satten Harley-Ton zu imitieren. In Konz-Könen gab es ihn am Samstag im Original. 160 der amerikanischen Dickschiffe, von denen jedes gut und gern den Gegenwert einer komfortablen Limousine repräsentiert, bewegten sich unter sparsamster Polizeibegleitung auf leisen Reifen, aber mit Harley-typischem, honorigem Bass durch Konz. Sie waren auf ihrer Tour nach Bitburg, wo sie Quartier beziehen wollten.

Abstellen, absitzen, im Harley-Shop einkaufen, kleiner Imbiss, Zeit für ein kurzes Gespräch mit Mary Marita Mölder aus Blender, die vor 15 Jahren die "Ladies of Harley" sozusagen erfunden hat, "weil zu wenig Frauen Harley fahren und man etwas dagegen tun muss".

Sie lud Harley-Fahrerinnen ein, und "zum ersten Treffen kamen 200 oder 300 Frauen. Beim größten Treffen in Hamburg waren es mehr als 1000." 2002 musste ein Ladies-Treffen in Dresden wegen schwerer Hochwasserfolgen abgesagt werden; man kam in Köln zusammen.

Älteste Lady ist etwa 67 Jahre jung



Die "Ladies of Harley" treffen sich, mit internationaler Beteiligung, jährlich zur großen Ausfahrt quer durch die Republik. "Die weiteste Anreise hatte diesmal mit 860 Kilometern Anneliese aus Österreich." Auf eigenen Rädern? Die Antwort klingt fast empört: "Ich will Motorrad fahren und keine Eisenbahnreise machen!"

Ob die "Dickschiffe" Harley Davidson nicht eher etwas für junge Frauen sind? First Lady Mary: "Unsere Älteste, die Heidi aus Ratingen (bei Düsseldorf), ist 67 oder 68 Jahre jung." Und die Frauen auf Harleys werden immer zahlreicher. Mölder: "Als wir anfingen, war weniger als ein Prozent Frauen unter den Harley-Begeisterten. Jetzt sind es geschätzte 18 bis 19 Prozent."

Ob Frauen auf den schweren Maschinen ernst genommen werden? "Anfangs gab es nur ein mitleidiges Lächeln. Heute werden wir ernst genommen. Warum denn auch nicht?"

Das Gastspiel in Konz geht dem Ende entgegen. Die ersten Ladies sind schon unterwegs. Dann folgt auch Mary Marita Mölder dem Aufruf auf ihrer eigenen Visitenkarte: "Back to the road!"