Satter Vorsprung für "den alten Hasen"

Satter Vorsprung für "den alten Hasen"

SCHODEN. Martin Wagner ist neuer Ortsbürgermeister der Saargemeinde Schoden. Mit deutlichem Vorsprung machte das langjährige Gemeinderatsmitglied das Rennen vor seinem Gegenkandidaten Richard Bach. Wagner erhielt 319, Bach 109 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 78 Prozent.

Kurz nach 18 Uhr betritt Martin Wagner im dunklen Strickpullover und mit dunkler Hose das Bürgerhaus - schaut kurz in den Gemeindesaal, in dem die Wahlhelfer seit wenigen Minuten fleißig auszählen, und geht bescheiden wieder in den Flur. Ob er aufgeregt ist? "Ich hab' ein wenig Kribbeln in den Beinen", antwortet der 63-Jährige schmunzelnd. "Aber das kommt von meiner Wanderung heute." Fünf Stunden sei er alleine unterwegs gewesen, habe den Felsenweg bis nach Kastel zurückgelegt. "Ich war voll beschäftigt, konnte abschalten", sagt er und räumt ein: "Ab und zu habe ich schon mal an die Wahl gedacht. Es ist gut, wenn die Entscheidung gefallen ist - ganz gleich, wer gewinnt." Gegenkandidat Richard Bach, der zehn Minuten nach Wagner mit Ehefrau Petra im Anzug und mit Krawatte ins Bürgerhaus kommt, scheint aufgeregter zu sein. "Die Spannung steigt. Irgendwie bin ich auch ein bisschen euphorisch. Obwohl ich nicht sagen könnte, wie die Wahl ausgeht. Ich glaube, es wird knapp." "Gut ausgeschlafen" und "gut gefrühstückt" habe er - und sich auf einen eventuellen Wahlsieg vorbereitet. "Der Sekt ist kalt gestellt. Und wenn wir heute keinen Grund zum Anstoßen haben, fliegt der Korken nächste Woche. Da hat mein Mann Geburtstag", sagt Petra Bach. Dass für Petra und Richard Bach der Grund zum Feiern noch ein paar Tage auf sich warten lassen wird, erfahren sie - wie die etwa 20 im Bürgerhaus versammelten Wahlhelfer und ein paar neugierige Schodener - um 18.40 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt verkündet Leo Lauer, Bürgermeister der VG Saarburg, das Ergebnis: 319 Schodener haben für Martin Wagner, 109 für Richard Bach gestimmt. Martin Wagner kommentiert spontan: "Ich habe Verständnis für die, die mich nicht gewählt haben, und bedanke mich bei allen, die für mich gestimmt haben. Ich möchte aber ein guter Bürgermeister für alle Schodener sein." Mit den Wahlhelfern will er sich später noch auf ein Bier im Gasthaus treffen: "Aber groß feiern werde ich nicht. Morgen ist wieder ein ganz normaler Arbeitstag, um 5.20 Uhr klingelt mein Wecker."

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