Unwetter: Schäden durch Vorsorge minimieren

Unwetter : Schäden durch Vorsorge minimieren

VG Saarburg stellt Weiterentwicklung des Hochwasserschutzkonzeptes und Sofortmaßnahmen nach Starkregen in Trassem vor.

Mit Hilfe eines neuen Konzepts soll die gesamte Verbandsgemeinde Saarburg möglichst gut gegen Unwetter geschützt werden.„Starkregen und Hochwasser sind für uns nichts Neues. Da arbeiten wir seit Jahrzehnten dran“, stellt der Saarburger Bürgermeister Jürgen Dixius bei der Vorstellung kurzfristiger und langfristiger Maßnahmen fest, die in ein Hochwasserschutzkonzept einfließen sollen.  „Ein für jeden sichtbares Zeichen sind die Schutzmauern in Saarburg, die im Zuge des Saarausbaus zur Schifffahrtsstraße in den 80er Jahren gebaut wurden“, sagt der Verwaltungschef. Doch vor dem Hintergrund der Fluten, die sich mehrfach in Häuser in Trassem ergossen (der TV berichtete mehrfach), werden die Forderungen der Betroffenen nach Sofortmaßnahmen immer drängender.

„Ohne die Bachrenaturierungen der letzten Jahre, in die bereits Millionen Euro geflossen sind, wäre alles noch viel schlimmer gekommen“, ist Dixius sicher. Bestes Beispiel ist der Leukbach, der nicht nur renaturiert, sondern auch von der Wohnbebauung weg verlegt wurde und jetzt keinen Schaden mehr anrichten kann.

Seit 2017 ist das Planungsbüro Hömme aus Pölich, das sich auf Wasserbau und Wasserwirtschaft spezialisiert hat, mit der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die Verbandsgemeinde Saarburg beauftragt, so wie es vom Umweltministerium überall in Rheinland-Pfalz gefordert wird. In Workshops (siehe Extra) sollen Bürger gemeinsam mit Fachleuten von der Feuerwehr und dem THW daran mitarbeiten. Dixius weist im Pressegespräch mehrfach darauf hin, dass es von Vorteil ist, sich gegen solche Naturereignisse zu versichern: „Jetzt ist wohl die Sensibilität vorhanden, verstärkt an Workshops teilzunehmen.“ Die Informationen der Bürger aus vielen Jahrzehnten sind für die Planer wichtig. Auch Fotos und Videos sollten in die Versammlungen mitgebracht werden.

Doch Trassem ist besonders gefährdet, denn Kalsbach, Kehrbach und Sprenkelbach verursachen ein gleichzeitiges Zusammentreffen der Wassermassen, die der Zinnbach und auch die Kanalisation nicht aufnehmen können. „Drei Ereignisse in vier Wochen, da sind die Bürger emotional geladen“, weiß Ortsbürgermeister Roland Konter. Doch auch er warnt vor „Schnellschüssen“. Es müsse ein Gesamtkonzept entwickelt werden.

Dennoch sind in Trassem Sofortmaßnahmen eingeleitet worden, denn, so Planer Frank Hömme: „Die Wassermassen nutzten die Waldwege wie Autobahnen und waren innerhalb von zwei Minuten im Dorf.“ Querrinnen, die Wasser wenigstens teilweise abbremsen und in den Wald auf dem Holstenberg leiten, sollen die Gefahr mindern. Auch der Stausee sei ein guter Puffer. „Doch die Einschläge kommen näher. Es muss in jedem Ort was passieren“, fügt der Planer hinzu.

Dennoch könne von einem Hangrutsch in Trassem keine Rede sein. Vielmehr habe das Wasser viel Sand mitgerissen. Bei der Planung von Neubaugebieten rät Verwaltungschef Dixius zu erhöhter Vorsicht und Sorgfalt. Auch Mauern gegen die Fluten zu bauen, könne nicht die Lösung sein, ohne zu wissen, wohin das Wasser gelenkt wird und dann dort Schäden verursacht. Notabflusswege ist das neue Zauberwort in dieser Problemlage. „Dafür müssen eine Menge Grundstückseigentümer gewonnen werden“, sieht Dixius viel Arbeit auf Verwaltung und Planer zukommen. Wenn wieder viel Wasser kommt, soll es zwischen den Häusern hindurchgeleitet werden, um nicht in die Häuser zu laufen. Bis das alles umgesetzt werden kann, hat Saarburg vorsorglich Sandsäcke nachbestellt. Was Bürgermeister Dixius noch betont: „Niemand sollte sich in einer Höhengemeinde wie Freudenburg oder Kastel-Staadt beruhigt zurücklehnen und meinen, hier könnte es kein Hochwasser geben. Es kann jeden überall treffen.“

Weitere Informationen finden Sie unter www. hochwasserschutz-konzept.de/verbandsgemeinde-saarburg