Schartz hängt Wahlkampf sportlich auf

Schartz hängt Wahlkampf sportlich auf

TAWERN. Für seine zentrale Wahlkampfveranstaltung vor der Landratswahl am 5. Juni hatte CDU-Kandidat Günther Schartz den Sport als Schwerpunkt-Thema ausgewählt. Zu einem "Forum des Sports" hatten Schartz und sein Parteikollege Dieter Schmitt am Mittwochabend in die Sporthalle Tawern eingeladen – und sich prominente Unterstützung durch Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes, auf dem Podium gesichert.

Günther Schartz und der Sport – für einen Abend suchte der Landrats-Kandidat der CDU ganz besonders die Nähe zu dieser Domäne. Von den langen Tischen in der Sporthalle Tawern lächelte Schartz via Werbematerial den knapp 100 Besuchern entgegen. Von der Decke herunterhängende Stoff-Transparente mit Hinweisen auf die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr verwiesen auf das von Schartz gewählte Thema dieses Abends. "Forum des Sports" prangte in großen Lettern auf der Bühne. Unter diesem Motto hatten Dieter Schmitt, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, und Schartz zu dessen zentraler Wahlkampfveranstaltung eingeladen. Prominente Unterstützung hatte sich der Siegeswillige durch Theo Zwanziger gesichert. Der DFB-Präsident stand neben den beiden ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichtern Alfons Berg und Josef Hontheim, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Trier-Saarburg, Bernd Marx, und Alfons Steinbach, Vorsitzender des Sportkreises Trier Saarburg, auf dem Podium. Dieter Schmitt war es vor Beginn der Talkrunde ein Bedürfnis, etwas zum Begriff des "offiziellen Wahlhelfers" zu sagen, als der Theo Zwanziger angekündigt worden war. "Ich könnte sagen, wir brauchen keinen offiziellen Wahlhelfer. Wir wollten ein Forum des Sports veranstalten, und ich habe aus freundschaftlicher Verbundenheit Theo Zwanziger dazu eingeladen. Er zeigt hier heute Abend Flagge für unser Thema."Keine WM-Tickets im Kofferraum

CDU-Mitglied Zwanziger ging auf diesen Punkt kurz und bündig ein: "Der Sport kann und wird sich nicht politisch vereinnahmen lassen. Aus dem Sport heraus Parteipolitik zu machen, ist nicht gut. Mir bricht aber kein Zacken aus der Krone, Menschen zu unterstützen, die sich für den Sport stark machen." Dies habe er am Morgen während eines Telefonats auch der SPD-Gegenkandidatin Katarina Barley geschildert. Ortsbürgermeister Josef Weirich, der die Veranstaltung moderierte, eröffnete die Talk-Runde humoristisch: "Herr Zwanziger, ich habe unseren Besuchern gesagt, Sie hätten 500 WM-Eintrittskarten im Kofferraum. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie nachher verfolgt werden." Um die Frage des WM-Eintrittskarten-Systems, die Chancen, die sich durch die WM auch außerhalb der Fußballstadien bieten und den Aspekt, was nach der WM bleibt, drehte sich die anfängliche Diskussion auf dem Podium. Alfons Steinbach lenkte mit seiner Antwort auf diese Frage zu dem Thema über, das auch der Landratskandidat als eines seiner Ziele formuliert: die Förderung des Ehrenamtes. So meinte Steinbach: "Was nach der WM bleibt, ist der Mensch. Man muss für die kleinen Vereine da sein, sie nicht im Regen stehen lassen." Dass nach wie vor Interesse an der Vereinsarbeit bestehe, unterstrich Bernd Marx mit Zahlen: 413 Jugendmannschaften seien im Kreis Trier-Saarburg 2004 gemeldet gewesen, 183 Jugendtrainer in den vergangenen Jahren ausgebildet worden.Gleichwohl kritisierte er: "Nach außen hin wird es immer so dargestellt, als wenn das Ehrenamt bedingungslos unterstützt wird. Das ist leider ganz und gar nicht so, man muss gegen viele Widerstände kämpfen." Das sah auch Zwanziger so: "Was zum Teil dem Ehrenamt abverlangt wird, ist der absolute Wahnsinn. Die Verbände laufen nur hinterher, um die Aktiven zu qualifizieren. Da müssen aber auch Staat, Gesellschaft und Kommunen mitmachen."WM 2006 Motor für das Ehrenamt

Günther Schartz verwies auf die vom Kreis eingerichtete Ehrenamts-Agentur: "Dort gibt es Hilfe etwa in Fragen der Versicherung, Haftung und des Vereinsrechts." Der Kreis bezuschusse die Jugendmannschaften jährlich mit 30 000 bis 40 000 Euro. Auch darüber hinaus habe der Kreisausschuss eine Reihe von Förderungen verabschiedet. "Die WM 2006 ist nicht nur ein Motor für den Sport, sondern auch ein Motor für das Ehrenamt. Und das liegt uns im Sport wie in allen anderen Bereichen am Herzen." Lesen Sie auch das TV-Interview mit Theo Zwanziger im Sport auf SEITE 15