Schauerlich realistisch

VIERHERRENBORN. Es war eine Übung, wie man sie nicht alle Tage sieht. Ein befestigter Wirtschaftsweg nahe Vierherrenborn ist mit Verletzten übersät: Ein Autofahrer ist in eine Fußgängergruppe gerast. Die Feuerwehren aus Vierherrenborn und Zerf übten mit der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) des Roten Kreuzes Homburg den Ernstfall.

Schon auf der Bundesstraße 268 zwischen Steinbachweier und Zerf fallen die vielen Krankenwagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf, die sich mit Blaulicht Vierherrenborn nähern. Dort biegen sie in ein offenes Waldgelände ab, wo schon von weitem Feuerwehr-Fahrzeuge zu erkennen sind.Schmerzensschreie und Gewimmer

Wer nicht weiß, dass es sich um eine Übung handelt, wäre sicherlich geschockt: Zahllose Verletzte liegen auf und neben der Straße, Schmerzensschreie und Gewimmer erfüllen die Luft. Auf einer Wiese steht ein Auto, der Fahrer ist eingeklemmt. Mitglieder der Feuerwehr Zerf versuchen, den Verletzten mit Rettungsschere und Spreizer zu befreien. Was die Szenerie so schauerlich-realistisch erscheinen lässt, sind die "Verletzungen", die von den Sanitätern mit Plastillin täuschend echt simuliert wurden, und das Verhalten der "Verletzten", dargestellt durch die Jugendfeuerwehr Zerf. Die DRK-Helfer sind keine Einheimischen. Stefan Masutt, Stellvertretender Wehrführer in Vierherrenborn und für das Zustandekommen der Übung mitverantwortlich, sagte: "Die Mannschaft der Schnellen Einsatzgruppe des Roten Kreuzes Homburg hat derzeit das Jugendfreizeithaus in Vierherrenborn zu Schulungszwecken gemietet, ist heute auf einer Funkübung unterwegs und während dieser zu einer Alarmübung gerufen."Von Fußgängern stark frequentiert

Da er in der Feuerwehr Zerf Mitglied sei, habe er diese überzeugen können, bei der Übung mitzumachen, sagte Masutt. Der Zerfer Wehrführer Thomas Brose sagte: "In Vierherrenborn bot sich die Straße ,Am Windstreifen‘ an, die von Spaziergängern stark frequentiert wird."