Schaufeln für den Kompromiss

Nach langem Tauziehen erfolgte nun der Startschuss zur Erschließung des Trassemer Baugebiets "Perdenbacher Gewann". Beim obligatorischen Spatenstich war von feierlicher Atmosphäre aber nur wenig zu spüren - die Mühen der Kompromissfindung in den vergangenen Jahren steckten allen Rednern in den Knochen.

 Den Startschuss für das Baugebiet „Perdenbacher Gewann“ gaben (von links) Kreisbeigeordneter Dieter Schmitt, Sabine Lichtenthal-Lauer (Katasteramt Trier), Trassems Ortsbürgermeister Wolfgang Benter und Bürgermeister Leo Lauer. TV-Foto: Kim-Björn Becker

Den Startschuss für das Baugebiet „Perdenbacher Gewann“ gaben (von links) Kreisbeigeordneter Dieter Schmitt, Sabine Lichtenthal-Lauer (Katasteramt Trier), Trassems Ortsbürgermeister Wolfgang Benter und Bürgermeister Leo Lauer. TV-Foto: Kim-Björn Becker

Trassem. (kbb) Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt bezeichnete die "Schneckengeschwindigkeit" einst als die normale Geschwindigkeit in der Demokratie. Die zähe Debatte um die Frage, welches Baugebiet in Trassem denn nun zuerst erschlossen werden soll, hatte er dabei freilich nicht vor Augen. Dennoch zeigt der Fall "Perdenbacher Gewann", wie tief die argumentativen Gräben einen Gemeinderat durchziehen können.

"Es hat viele Jahre gedauert, bis die Bagger rollen konnten, doch letztendlich haben wir mit der Erschließung der Perdenbacher Gewann alles richtig gemacht", bilanziert Wolfgang Benter (CDU), Ortsbürgermeister von Trassem. Mit der Kommunalwahl vor fünf Jahren löste die CDU die SPD als stärkste Fraktion im Trassemer Gemeinderat ab und kippte deren Projekt, zunächst das wesentlich größere Baugebiet "Halstenberg" zu erschließen. Nach langen Diskussionen schaltete sich Verbandsgemeindebürgermeister Leo Lauer ein und sorgte für einen Kompromiss: Erst wird das Baugebiet "Perdenbacher Gewann" erschlossen, danach der "Halstenberg". Letzteren lässt Benter bei seiner Ansprache im Rahmen des traditionellen Spatenstichs weitgehend unberücksichtigt und betont, mit dem "Perdenbacher Gewann" eine "optimale Lösung" gefunden zu haben. "Der Baubedarf ist in Trassem ohne weiteres vorhanden", ergänzt Lauer und fügt mahnend hinzu: "Parallel muss auch der Halstenberg in der Vorstellung bleiben, das gehörte zum damaligen Kompromiss dazu." Für den Kreisbeigeordneten Dieter Schmitt ist der Spatenstich symbolhaft für den Glauben daran, dass "Menschen im Saarburger Bereich auch in Krisenzeiten eine Zukunftsperspektive haben." Die zähen Debatten um die Frage, wo in Trassem denn nun zuerst ein Spatenstich erfolgen soll, sieht er rückblickend nicht ausschließlich negativ: "Diskussionen sind dann fruchtbar, wenn am Ende ein Ergebnis steht. Und das ist hier und heute der Fall." Hintergrund Das Baugebiet "Perdenbacher Gewann": In den kommenden Jahren entstehen in Trassem 28 Baustellen für Einfamilienhäuser mit Grundstücken von 500 bis 700 Quadratmetern. Die Erschließung des etwa 2,5 Hektar großen Areals durch ein Konzer Bauunternehmen kostet rund 475 000 Euro. Von den 28 Parzellen gehören 17 der Gemeinde - für vier davon gibt es bereits konkrete Interessenten. (kbb)