Schaurig-schöne Ackerfrüchte

KONZ. (kpj) Einen alten Brauch wiederbeleben konnten Familien im Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof. Aus Runkelrüben – auch "Rummeln" genannt – schnitzten sie Masken und Fackeln.

Plastikdosen mit Keksen stehen auf den Tischen, daneben Gläschen mit Kinderkost und Pokemon-Trinkflaschen. Daneben große Runkelrüben, Löffel und Messer. Gemeinsam machen sich Eltern und Kinder daran, aus den unförmigen Feldfrüchten allerlei furchterregende Masken oder sonstige Kunstwerke zu schnitzen, die mit Kerzen beleuchtet werden können. Das "Rummelnschnitzen" gehört zu einem der ältesten Bräuche. Diese ursprünglich aus Irland stammende Tradition geht auf das keltische Samhain-Fest zurück. Die Kelten glaubten, dass am 31. Oktober die Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und dem der Toten durchlässig würde. Aus Runkelrüben schnitzten sie Masken, um damit die Geister zu vertreiben. "Hierzulande wurden die beleuchteten Rummelköpfe auf Spieße gesteckt und beim Martinsumzug durch die Dörfer getragen", sagt Museumspädagogin Sigrid Ehses. Diesen Brauch will sie mit ihrer Aktion wiederbeleben. Ehses erläutert: "Die wenigsten Menschen wissen, woher dieser Brauch kommt. Halloween hat eine Tradition, die mit der heutigen Kommerzialisierung zunehmend in den Hintergrund rückt." Geisterfratzen, Drachen, Sterne...

Nicht so bei den über 70 großen und kleinen Teilnehmern des "Rummelnschnitzens" im Freilichtmuseum. Eltern, Kinder und auch einige Großeltern höhlten die Feldfrüchte mit Messern und Löffeln aus und machten daraus Fackeln. Dabei waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Geisterfratzen, Drachen, Sterne und allerlei fantasievolle Figuren zierten die Rüben. Mit Kerzen beleuchtet, werden sie in den kommenden dunklen Nächten die Geister vertreiben und den alten Brauch aufleben lassen.