Schicksale aus erster Hand

Persönliche Geschichten von Immigranten stehen im Zentrum eines Abends im Kloster Karthaus. Die Beauftragte des Kreises Trier-Saarburg und der Stadt Konz für Migration und Integration hatte zu der Veranstaltung unter dem Motto "Wir sind angekommen" eingeladen.

Konz. Tatsächlich angekommen sein, bis dahin ist es für viele Einwanderer ein langer Weg, wenn sie ihre Heimat verlassen und sich in einem anderen Land einleben müssen. Wie es gelingen kann, zeigen die Geschichte von vier Immigranten, die sie bei einem Gesprächsabend im Kloster Karthaus in Konz vortragen.
Den Anfang machte Shorook Al-Jabori. Sie berichtete von ihrem Weg aus der Unfreiheit im Irak unter Saddam Hussein. Sie floh im Jahr 2000 mit ihrem Mann und vier Kindern nach Deutschland. "Am Anfang war es sehr schwer: ein neues Land, eine neue Kultur, eine neue Sprache, neue Menschen." Aber mit der Zeit gelang die Integration, vor allem der Kinder, die studieren oder das Gymnasium besuchen.
Aus dem Kosovo stammt Skender Qerimi, der das zerfallende Jugoslawien 1994 verließ und seit 2001 in Konz lebt. Nach elf langen Jahren bekam er 2005 in Deutschland ein ständiges Bleiberecht. Zuvor war seine Aufenthaltsberechtigung nur für jeweils drei Monate verlängert worden. So war er sehr schwer, Arbeitgeber zu finden, die ihn beschäftigen wollten.
Angst vor Abschiebung


Elf Jahre lang habe ihn die Frage beschäftigt: Müssen ich und die inzwischen hier geborenen vier Kinder zurück? Die Kinder, die in Deutschland in die Schule gingen und nicht Albanisch lesen und schreiben konnten, wären bei einer Rückkehr in den Kosovo verloren gewesen. Seit 2001 arbeitet er als Gebäudereiniger und hat sich 2012 selbstständig gemacht.
Ebenfalls "angekommen" ist Gamze Michels. Sie kam 1980 im Alter von zehn Jahren aus der Türkei zu ihren Eltern nach Konz, die hier als Gastarbeiter lebten. Das kleine Mädchen kam ohne Deutschkenntnisse in die Grundschule. "Das war grausam, sich nicht verständigen zu können! Ich war einsam." Sie hatte jedoch das Glück, einer besonderen Lehrerin zu begegnen: "Meine Klassenlehrerin war super engagiert und hat dafür gesorgt, dass ich mit Einzelunterricht gefördert wurde. Michels besuchte dank dieser Förderung nach der Hauptschule die Erzieherschule und arbeitet heute als Interkulturelle Fachkraft bei der Stadt Konz. Mahmoud Soltanian schloss die Runde. Er stammt aus dem Iran und konnte das Land nur mit Hilfe von Schleppern verlassen. Er lebt seit September 2011 in Deutschland, erst in Trier in der Landesaufnahmeeinrichtung, dann in Konz.
Seine Hoffnungen auf ein Leben in Sicherheit haben sich erfüllt, die auf Arbeit noch nicht. Er möchte seine Kenntnisse im Metallbau auch in Deutschland nutzen, doch das JobCenter hat einer Umschulung zum Schweißer nicht zugestimmt.
Aber er bleibt optimistisch: "Hier ist auch meine Heimat. Ich muss das Ziel erreichen." Es war ein Abend mit sehr persönlichen Geschichten, die von vielen Mühen, großem Durchsetzungsvermögen und echter Heimatverbundenheit zeugten. Dieser hätte mehr Zuhörerinnen und Zuhörer verdient gehabt. red