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Schilder erzählen Konzer Geschichte(n)

Schilder erzählen Konzer Geschichte(n)

Konz wird beschriftet: Der Stadtmarketingverein hat zusammen mit der Initiative Konz aktiv 17 Plexiglasschilder gestaltet, die künftig in der ganzen Stadt an prägnanten Orten aufgestellt werden. Die Infotafeln sollen auf das kulturelle Erbe hinweisen und wichtige Informationen dazu präsentieren.

Konz. Ein Schild aus Plexiglas ziert die weiße Wand links neben dem Konzer Rathauseingang. Darauf steht: "Grundsteinlegung am 6. November 1949, Einweihung 18. September 1951, Planer: Architekt Hans Pinkernell, Trier."
Es ist das erste von 17 Schildern, die an wichtigen Orten in Konz aufgestellt werden. Sie sollen auf historisch relevante Häuser und interessante Orte hinweisen oder prägnante Punkte in der Stadt erklären. Ein wenig kleiner als in dem deutschen Schriftzug stehen die gleichen Informationen darunter auf Englisch und Französisch.
Historisches Erbe aufzeigen


Die Schilder werden auf Initiative des Konzer Stadtmarketingvereins angebracht. "Auslöser war für mich der Konzer Doktor Brunnen", erzählt Ernst Holbach, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins. Er habe mehrmals Menschen davor gesehen, die sich wunderten, was denn diese Gnome da sollen. Deshalb habe er die Idee gehabt, Schilder aufzustellen - zum Beispiel, um zu erklären, dass der Brunnen zu Ehren des Paters Georg Ignatz Canaris (1740-1819) aufgestellt worden sei. Canaris richtete eine Elementarschule in Konz ein und begründete so einen hohen Bildungsstand in Konz. Ihm haben die Konzer heute ihren Spitznamen als "Konzer Doktoren" zu verdanken. Eine Bezeichnung, mit der die Konzer zum Teil heute noch liebäugeln.
Ein weiterer Grund für das Installieren der Infotafeln ist das zum Teil vergessene historische Erbe der Stadt. "Wir haben wunderschöne alte Häuser, die nicht beschrieben sind, und wollten das Bewusstsein für solche Gebäude schaffen", sagt Holbach. Er verweist unter anderem auf das ehemalige Hofgut des Deutschherrenordens zwischen Schul- und Olkstraße. Nur die wenigsten wüssten um die große, 1340 beginnende Geschichte des Gebäudes. Die Schilder seien nicht nur für Touristen gedacht. "Auch den Einheimischen soll bewusst gemacht werden, was für ein tolles kulturelles Erbe wir haben", sagt Holbach.
Um die richtigen Teile dieses Erbes zu berücksichtigen, hat sich Holbach einen Experten mit ins Boot geholt. Die Auswahl hat der Konzer Chronist Rudolf Molter getroffen. "Es sind die prominentesten Gebäude der Stadt - aus denkmalpflegerischer und historischer Sicht", sagt er. Neben neueren Gebäuden wie dem Hauptbahnhof hat er zum Beispiel auch die Überreste des ehemaligen Glockenturms der St.-Nikolaus-Kirche zur Beschriftung ausgewählt. Auch der Stadtteil Berendsborn und der Konstantin-Fuß auf dem Marktplatz bekommen ihr eigenes Schild.
Knackige Formulierung


Molters Informationen sollen neugierig machen und erklären. Er habe versucht, knackig zu formulieren, sonst lese ja keiner die Texte, sagt Molter. Wer mehr Infos wünsche, müsse sich selbst schlaumachen.
Der Stadtmarketingverein hat die Schilder zur Hälfte finanziert, die andere Hälfte der etwa 1000 Euro kommt von der Förderinitiative Konz aktiv (siehe Extra), mit deren Kapital die Sparkasse Trier bürgerschaftliche Projekte in Konz unterstützt. Der städtische Bauhof bringt die Schilder nach und nach an.Extra

Konz aktiv ist eine Aktionsgemeinschaft für die Stadt Konz. Die Förderinitiative wird von der Sparkasse Trier unterstützt. Bei Konz aktiv engagieren sich Vertreter aus verschiedensten Bereichen des Stadtlebens von Geschäftsleuten über Sportvereine bis hin zu Kulturschaffenden. 2012 stellt die Sparkasse zum zweiten Mal 5000 Euro bereit, um Kleinprojekte zu 50 Prozent zu fördern.cmk Nähere Informationen zu Konz aktiv und den Förderantrag zum Herunterladen gibt es im Internet unter www.konz.de