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Schimmelbefall in Reinsfelder Unterkunft - Flüchtlinge müssen Pension räumen - Umzug nach Kell

Schimmelbefall in Reinsfelder Unterkunft - Flüchtlinge müssen Pension räumen - Umzug nach Kell

Knapp vier Monate nach ihrer Ankunft müssen die Flüchtlinge, die in der ehemaligen Pension Rösterkopf in Reinsfeld leben, schon wieder ausziehen. Denn im Haus haben sich Schimmelpilze breitgemacht. Bis die Mängel behoben sind, kommen die 28 Männer in Kell unter. In Reinsfeld hofft man auf ihre schnelle Rückkehr.

Reinsfeld. Die schlechte Nachricht kam kurz vor Ostern: Die ehemalige Pension Zum Rösterkopf in Reinsfeld, in der seit Dezember Asylbegehrende leben, muss noch in dieser Woche geräumt werden. Das hat das Gesundheitsamt beim Kreis Trier-Saarburg angeordnet, nachdem sich dessen Prüfer vergangene Woche dort umgesehen hatten. "Es wurde in fast allen Räumen ein Schimmelpilz-Befall festgestellt, als Folge von Feuchtigkeitsschäden", bestätigt Kreissprecher Thomas Müller dem TV. Deshalb sei die Unterbringung der insgesamt 28 Männer aus Syrien und Pakistan in dem Haus zurzeit nicht möglich. Man werde sie in Kell am See einquartieren, "bis in Reinsfeld wieder geeignete Unterkünfte zur Verfügung stehen".

Den Mietvertrag mit den Eigentümern der Pension hat die Verbandsgemeinde Hermeskeil unterzeichnet. Man sei "überrascht worden vom Ausmaß der Mängel", gibt Bürgermeister Michael Hülpes zu und äußert zugleich Kritik. Es sei schon eine "Panne", dass bei der ersten Begutachtung des Hauses das Gesundheitsamt nicht dabei gewesen sei.
Die Verbandsgemeinde werde sich nun an die Vermieter wenden, damit diese das Haus "wieder in einen bewohnbaren Zustand bringen", kündigt Hülpes an. Allerdings müsse man der GBR aus Schoden (VG Saarburg) nach geltendem Mietrecht "eine Frist einräumen, um die Mängel zu beheben".

Andreas Pauly ist einer der drei Gesellschafter. Die Nachricht aus Reinsfeld trifft ihn völlig unvorbereitet: "Ich höre zum ersten Mal von dem Schimmel." Man habe alle Auflagen des Kreises erfüllt und das Haus "einwandfrei" übergeben, sagt Pauly. Es liege aber auch im Interesse der GBR, "dass die Schäden beseitigt werden und die Ursache schnell gefunden wird".

Der VG-Chef bestätigt, dass die 28 Bewohner der ehemaligen Pension in Unterkünften in Kell untergebracht werden sollen. Ob und wann genau sie nach Reinsfeld zurückkehren könnten, sei nicht abschätzbar. Zurzeit werde auch das Café Hemmes in Reinsfeld "mit großem Aufwand" zur Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Dort könnten bis zu 50 Menschen Platz finden. Laut Hülpes steht aber noch nicht fest, wann die Arbeiten abgeschlossen sind.Hoffen auf schnelle Rückkehr


Hans-Peter Philipp, erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Reinsfeld, hofft, dass die Männer so schnell wie möglich zurückkehren: "Sie haben hier Fuß gefasst." Dank eines Ortsbewohners würden die Flüchtlinge im Sportverein einbezogen. Der Sprachunterricht im Bürgerhaus sei für sie "auf kurzem Weg" erreichbar. "Es wäre traurig, wenn sie hier rausgerissen würden."

Für Dieter Gukenbiehl kommt die Räumung der Unterkunft nicht überraschend: "Anfangs hat man nichts gesehen", sagt er. "Aber nach wenigen Wochen hat sich die Tapete gelöst, und an der Decke wurden große Schimmelflecken sichtbar." Es sei deshalb schon länger "gemunkelt" worden, dass "die Bude irgendwann dicht emacht wird".
Gukenbiehl ist einer von drei ehrenamtlichen Helfern, die sich fast täglich um die Flüchtlinge kümmern. "Wir helfen bei amtlichem Schriftverkehr, machen Einkaufsfahrten, vereinbaren Arzttermine", sagt der 76-Jährige.

Die Nachricht, dass sie nun das Haus verlassen müssen, hätten viele Bewohner nicht gut aufgenommen. "Sie wollen nicht raus. Sie glauben, sie könnten die Zeit überbrücken, bis die neue Unterkunft im Ort bezugsfertig ist."
Vorerst werden die Männer jedoch ausziehen müssen. Laut dem Keller Ortschef Markus Lehnen werden sie auf die zwei Gemeinschaftsunterkünfte verteilt und dort wie zuvor in Reinsfeld von der Caritas betreut. "Wir holen sie am Donnerstag ab, das ist alles mit uns abgestimmt", sagt Lehnen. In Kell seien "noch Kapazitäten frei, die dann aber ausgeschöpft sind". Dieter Gukenbiehl will sich weiter um die Männer kümmern: "Man hat ja eine Beziehung zu den Menschen aufgebaut."