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Schimmelverdacht in Wiltinger Kindergarten

Schimmelverdacht in Wiltinger Kindergarten

Wegen des Verdachts auf Schimmelbefall sind zwei Gruppen in Wiltinger Kindergarten geschlossen worden. Erste Anzeichen gab es wohl schon im Januar. Zwei Gruppen sind seit Mitte Mai geschlossen.

Erste Anzeichen gab es wohl schon im Januar. Als sich der Boden in zwei Gruppen des katholischen Kindergartens St. Martin Wiltingen anhob, wurde dies unter dem Punkt "bauliche Mängel" im Elternausschuss am 20. Januar besprochen. Das Ganze wurde dem Bauträger - der Kirchengemeinde - und der Kita gGmbH als Betriebsträgerin der Einrichtung gemeldet. So stellt es der Elternausschuss dar. "Ende März wurde dann der Verdacht auf einen Wasserschaden laut. Es wurde Feuchtigkeit festgestellt", sagt die zweite Vorsitzende des Elternausschusses, Katharina Frey-Treseler. Architekt Peter Conen, der bereits vor zwei Jahren den Umbau am Kindergarten vorgenommen hatte, stellte ein Leck in der Spülmaschine fest. Das Wasser lief unter den Fußboden. Vor zwei Jahren wurde über dem Holzboden ein Linoleumboden angebracht.

"Haben keine Lust mehr"

"Die Hubbel in den Böden wurden größer und messen bis zu 20 Zentimetern, sodass nicht nur die Räume eingeschränkt nutzbar waren, sondern auch eine Unfallgefahr für die Kinder und Mitarbeiter bestand", sagt Frey-Treseler. "Uns reicht es, wir haben keine Lust mehr zu warten", sagt die erste Vorsitzende des Elternausschusses, Susanne Beutner.

Die Eltern werfen der Kirchgemeinde vor, das Problem verschleppt und nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.
"Wenn das Problem frühzeitig ernst genommen worden wäre, hätte man sich rechtzeitig um alternative Unterbringungsmöglichkeiten für die Kinder kümmern können", sagt Frey-Treseler.

Die Gesamtleiterin für den Bereich Konz der Kita GmbH, Elisabeth Philippi, sagt: "Wir werden alles tun, um eine schnelle Lösung zu finden". Auf Empfehlung des Gesundheitsamts wurden die beiden betroffenen Gruppen am 14. Mai geschlossen.

Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger ist seit dem 17. Mai über den Schimmelbefall und die Probleme mit den Fußböden informiert worden. Von offizieller Stelle hat er noch keine Informationen, ein Hilfeersuchen liegt ihm nicht vor. Auch die Kreisverwaltung wurde erst nach der Schließung informiert.
Die zuständige Versicherung hat vergangene Woche Proben nehmen lassen, sagt Kita-Gesamtleiterin Philippi. Es wird nun geprüft, ob und wie stark der Raum und die Möbel von Schimmel befallen sind.

Kinder sollen zuhause bleiben
In Absprache mit dem Jugendamt des Kreises werden ab kommendem Montag sogenannte Bedarfsgruppen eingerichtet. Die Eltern wurden gebeten, ihre Kinder, zu Hause zu betreuen. Doch das ist keine Lösung auf Dauer, sagt auch die Gesamtleiterin. Die Kinder sollen auf Räume in der Grundschule Wiltingen, sowie in der Alten Schule in Kanzem verteilt werden. Diese beiden Alternativen werden derzeit geprüft.

Ein Ergebnis der Raumprüfung erwartet Philippi in etwa ein bis zwei Wochen. "Wir brauchen die Betriebserlaubnis von allen Behörden, ob diese Räume für den Kindergartenbetrieb zulässig sind." Erst dann können die Arbeiten aufgenommen werden. Der Boden muss laut Kreisverwaltung wohl komplett erneuert werden. Die Feuchtigkeit hat sich unter dem Holzboden gesammelt. Diese Arbeiten werden etwa vier Monate dauern.

Ein Vertreter der Kirchgemeinde war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Meinung

Offensichtlich zu spät reagiert

Von Sarah München

Wer weiß, wie viel Schimmelsporen die Kinder im Wiltinger Kindergarten bereits eingeatmet haben? Seit mehr als vier Monaten ist bekannt, dass der Fußboden sich anhebt. Die Kirchengemeinde als Bauträger wurde offensichtlich im Januar über Unebenheiten im Boden informiert. Eine Reaktion gab es nach Aussage von Eltern Ende März. Dass sogar der Ortsbürgermeister in der 1400-Seelen-Gemeinde offiziell noch gar nicht informiert worden ist, zeigt, dass das Verhältnis zwischen Kirchengemeinde und Verwaltung offensichtlich nicht gerade das Beste ist. Wichtig ist jetzt, dass möglichst ohne Unterbrechung alle Kinder in geeigneten Räumen betreut werden können. Egal wo. Die Wut der Eltern ist nur verständlich. Denen ist es egal, wer jetzt handelt. Hauptsache, es passiert etwas. s.muenchen@volksfreund.de

Extra Schimmel: Gesundheitsgefährdende Schimmelsporen werden immer wieder in Schulen und Kindertagesstätten gefunden. In Trier wurden aufgrund von Schimmelsporen in der Raumluft Räume in der Nelson-Mandela-Realschule plus gesperrt. Die Trierer Egbert-Grundschule ist wegen Schimmel-Problemen derzeit komplett ausgelagert. Auch im Neubau des Gymnasiums Schweich gab es Probleme.
Feuchtigkeit ist eine der Hauptursachen für Schimmelbildung in Gebäuden. Schimmelsporen und Pilzgifte gelangen über die Luft in die Atemwege und können Allergien oder asthmatischen Erkrankungen auslösen. Schimmel macht sich durch modrig-muffigen Geruch und schwarze Sprenkel an den Wänden bemerkbar. har