Schinderei am Hummelsberg

BEKOND. Superstimmung, eine fantastische Landschaft und ein großes Starterfeld – das fünfte Moselhöhenbiking des Sportvereins Bekond war ein Volltreffer.

"Ich hoffe, ihr seid alle fit genug für den Kurs. Man hat mir mal den Beinamen ,Schinder' gegeben." Was Kaspar Porz, Hauptorganisator des Mountainbikerennens und verantwortlich für die Auswahl der Strecke, augenzwinkernd dem Starterfeld mitteilt, wird mit allgemeiner Heiterkeit quittiert. Kurz vor dem Start zum Herbstabtrieb von Bekond durch die Moselhöhen informiert Porz seine Biker und gibt noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Dann fällt der Startschuss, 76 Mountainbiker treten in die Pedale... Tourenspaß zum Kennenlernen

Zum zweiten Mal in diesem Jahr macht Bekond damit als Austragungsort einer Mountainbikeveranstaltung von sich reden. Nach dem Cross-Country-Rennen im Rahmen des Eifel-Mosel-Cups haben die Bekonder mit dem Moselhöhenbiking "Herbstabtrieb für Mountainbiker" im Oktober einen Herbsttreff für ambitionierte Mountainbiker der Großregion Saar-Lor-Lux eingerichtet. Gemeinsam starteten die Hobbybiker, unter ihnen viele Jugendliche, Frauen und auch Anfänger, auf die beiden Rundkurse mit 30 und 60 Kilometern Länge. Die Strecken führten rund um und über den 418 Meter hohen Hummelsberg. Fahrtechnisch und konditionell anspruchsvolle Etappen mit moderaten, aber langen Anstiegen und schnellen Abfahrten auf griffigen Schotterpisten und waldbodenbetonten Abschnitten waren zu bewältigen. Die Biker wurden mit Weinberg- und Waldwegen, aber auch mit schönen Singletrails verwöhnt. Etwa die Hälfte der Mountainbiker wählte die anspruchsvollere Strecke über 60 Kilometer mit 1800 Höhenmetern, der Rest begab sich auf die kürzere Distanz. Beide Strecken waren speziell für diese Veranstaltung ausgeschildert worden. Kraft, Kondition und fahrerisches Können verlangte vor allem die längere Route den Sportlern ab. Trotz des anfänglich dichten Nebels in den Weinbergen gelangten alle Teilnehmer wohlbehalten und im Sonnenschein ins Ziel nach Bekond. 15 Teams beteiligten sich an der ausgeschriebenen Teamwertung auf beiden Strecken. Dadurch wollten die Veranstalter die Sicherheit erhöhen und den Teamgeist bei den Bikern stärken, ohne dass die Veranstaltung zuviel Renncharakter bekommt. Die meisten Teams nutzten daher die Tour, um sich besser kennen zu lernen. Auf der längeren Strecke setzten sich bei acht Teams die Fahrer des RS Herschbroich, die Eifeler Christopher Görgen und Christoph Neubusch in 3.14 Stunden gegen die saarländischen Fahrer Volker Scheid und Volker Schütz vom RV Tempo Hirzweiler (3.26 Stunden) und Martin Lames und Thomas Kirsten vom MTB Racing Wittlich (3.48) durch. Auf der 30-Kilometer-Strecke mit 830 Höhenmetern distanzierten sich David Michels und Mario Kutschke vom Team "Rad und Funsport Schweich I" (1.45 Stunden) vom Duo Gerd Schmitz und Rainer Erbes aus Osann-Monzel (2.15 Stunden) ebenso wie von den Drittplatzierten Michael Razen und Christian Mannerhans vom Team "Rad und Funsport Schweich II" (2.21 Stunden). Hier waren sieben Teams am Start. Sonntagsvergnügen auf zwei Rädern

In der Verbandsgemeinde Schweich wurden seit 2001 rund 200 Kilometer Mountainbikestrecken ausgewiesen und gekennzeichnet, die zum großen Teil auch für weniger trainierte Fahrer geeignet sind. Für Mountainbiker, die einfach mal eine gemütliche Frühschoppenrunde drehen wollen, bieten die Bekonder im Sommerhalbjahr einmal im Monat sonntags kostenlos Mountainbikertreffs mit Ausflügen an die Mosel oder in die Eifelberge an. Eine ausführliche Beschreibung mit Karten kann in den regionalen Buchhandlungen oder bei der Tourist-Information Schweich erworben werden.