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Schlechte Aussichten für alte Schule

Waldweiler. Die Gemeinde Waldweiler legt in ihrem Haushalt 2013/2014 ihr Hauptaugenmerk auf zwei Stellen im Ort. Zum einen wird sie den Dorfpark für 99 000 Euro neu gestalten. Zum anderen will die Kommune das frühere Schulhaus zurückkaufen. Es gehört noch einem Privatmann, der dort ursprünglich Ferienwohnungen einrichten wollte. Diese Pläne sind aber geplatzt. Axel Munsteiner

Waldweiler. Das eine Projekt stand schon lange auf der Wunschliste, die andere Investition muss die Gemeinde Waldweiler eher notgedrungen tätigen. Mit der Neugestaltung des Dorfparks und dem Rückkauf der alten Schule sind die beiden wichtigsten Vorhaben genannt, in die in nächster Zeit im 830 Einwohner zählenden Ort investiert wird. Der Rat hat dafür in seiner jüngsten Sitzung den Weg geebnet und einstimmig den Etat für die Jahre 2013 und 2014 verabschiedet.
Das ist im Dorfpark geplant: "Jetzt können wir die Sache endlich rundmachen und auch die Gedanken verwirklichen, die wir bisher zurückstellen mussten", sagt Ortsbürgermeister Manfred Rauber (SPD) über die Situation im Dorfpark hinter der Teufelskopfhalle. Die Waldweilerer hatten bereits vor einigen Jahre Teile des Parks neu gestaltet. Es entstand damals beispielsweise ein Naturlehrpfad und ein Abenteuerspielplatz für Kinder. "Aus Kostengründen mussten wir damals aber abspecken und haben nur den ersten Abschnitt gemacht", erinnert sich Rauber zurück. Nun hat sich für die Gemeinde aber eine Möglichkeit ergeben, mit dem sich auch der zweite Teil des Vorhabens finanzieren lässt. "Damit wird das ursprüngliche Gesamtkonzept vervollständigt", sagte Edgar Mohsmann vom Ingenieurbüro Paulus und Partner (Wadern) im Rat.
Die Waldweilerer wollen aus dem Dorfpark einen Mehrgenerationenplatz machen. Wegen dieses planerischen Ansatzes kann die Gemeinde mit einem Zuschuss aus Brüssel rechnen. Denn die Europäische Union stellt in ihrem Leader-Programm gerade für solche Projekte im ländlichen Raum Geld zur Verfügung.
Eher ein Angebot für ältere Semester ist die Kneippanlage, die rund um den bisherigen Brunnen entstehen soll. Geplant ist zudem, die Wege im Dorfpark zu verbessern, den Kinderspielplatz um Wasserspielgeräte und eine Seilbahn zu ergänzen und einen Pavillon zum Unterstellen zu bauen.
Alles in allem wird die Neugestaltung des Dorfparks nach aktueller Schätzung der Verbandsgemeindeverwaltung Kell circa 99 000 Euro kosten. Der EU-Zuschuss würde bei 45 000 Euro liegen. "Unser Ziel ist es, dass wir noch dieses Jahr mit den Arbeiten im Dorfpark beginnen und dann im Frühjahr 2014 Einweihung feiern können", sagt Rauber.
Das Problem mit der alten Schule: Weniger erfreulich ist für die Gemeinde die Entwicklung an der früheren Grundschule. Ursprünglich wollte der private Besitzer - der Luxemburger Rechtsanwalt Robert Adriaansen - das Gebäude sanieren und dort Ferienwohnungen einrichten. Wie im TV bereits mehrfach berichtet, herrscht auf dieser Baustelle aber seit Monaten Stillstand. Die Gemeinde hatte zudem lange Zeit überhaupt nichts mehr von Adriaansen gehört.
Mittlerweile habe es einmal Kontakt mit dem Privatbesitzer gegeben, so Rauber im TV-Gespräch. Adriaaansen wolle das alte Schulhaus wieder verkaufen und habe es der Gemeinde angeboten. "Über den Preis müssen wir allerdings nochmal verhandeln", betont Rauber. Im Etat wurde vorsorglich ein Betrag von 75 000 Euro eingestellt. "Wir sehen uns schon in der Verpflichtung, die Schule zurückzukaufen. Denn so, wie der Zustand der Immobilie jetzt ist, kann es nicht bleiben", sagt der Ortsbürgermeister.
Sollte man sich mit Adriaansen handelseinig werden, sei es das Ziel der Gemeinde, das frühere Schulhaus an einen neuen Privatinvestor weiterzuverkaufen. "Die weitere Nutzung ist aber noch völlig offen", betont Rauber.
Weitere Investitionen: Insgesamt will die Gemeinde 2013 und 2014 rund 193 000 Euro für neue Projekte ausgeben. Neben dem Dorfpark und dem Rückkauf des Schulhauses sind somit nur noch kleinere Vorhaben geplant.
Allerdings werden sich die Waldweiler mit rund 14 000 Euro an den noch ausstehenden Sanierungsarbeiten im Kindergarten Mandern beteiligen.
Zudem soll mit den Nachbarn aus Kell eine gemeinsame Traumschleife für Wanderer angelegt werden.Extra

Eckdaten im Etat: Wenn der Haushaltsplan eins zu eins verwirklicht wird, schreibt die Gemeinde Waldweiler zwar auch 2013 und 2014 rote Zahlen. Das Loch in der Kasse wird jedoch im Vergleich zu früher nicht mehr so tief sein. "Die Defizite verringern sich in den nächsten beiden Jahren enorm", betont VG-Bürgermeister Werner Angsten (CDU). Lag das Minus im Ergebnishaushalt 2012 noch bei 197 760 Euro, wird es dieses Jahr auf voraussichtlich 113 000 Euro und 2014 sogar auf 103 690 Euro zurückgehen. In erster Linie profitiert die Gemeinde Waldweiler von höheren Steuereinnahmen. Im Vergleich zum Vorjahr verbessert sich zum Beispiel der Anteil, der von den Einkommensteuerzahlungen der Bürger, den Gemeinden zusteht um 43 000 Euro. Das Land zahlt zudem 71 000 Euro mehr Schlüsselzuweisungen. Hinzu kommt die Erhöhung der Hebesätze für die Grundsteuer B, die die Besitzer von bebauten Grundstücken zahlen müssen. Dadurch fließen zusätzlich 8000 Euro in die Waldweilerer Kasse. Ortsbürgermeister Manfred Rauber betont, dass die Gemeinde Waldweiler in diesem Punkt einer Forderung der Kommunalaufsicht nachgekommen ist. Im Schnitt müssen die Grundstücksbesitzer im Ort im Jahr 18,55 Euro mehr zahlen, so Raubers Berechnung. ax