Schlechte Karten für Gegner

REINSFELD. Kann die Aufstellung des Mobilfunkmasts am "Alten Sportplatz" doch noch verhindert werden? Nachdem 270 Bürger gegen die Wahl des Standorts protestiert haben, stand diese Frage am Dienstagabend im Zentrum der Sitzung des Gemeinderats. Dabei mussten die Gegner des Vorhabens erfahren, dass ihre Aussichten auf Erfolg gering sind.

"Ich sehe die Sache emotionslos. Wir können zwar alles versuchen, um den Mast zu verhindern. Es gibt aber rechtliche Bedenken. Deshalb sehe ich auch keine Chance, dass uns das gelingt." Das Fazit, das Ortsbürgermeister Rainer Spies (SPD) nach einer ausführlichen, aber sachlichen Diskussion zog, wird nicht jedem im Bürgerhaus gefallen haben. Spies' Meinung blieb auch nicht unumstritten. Doch dazu später mehr. Seit dem einstimmigen Ratsbeschluss vom 19. September, dass E-Plus am "Alten Sportplatz" einen 40 Meter hohen Mobilfunkmast errichten darf, gibt es viel Unruhe im Dorf. Über 270 Einwohner haben sich mit ihren Unterschriften dagegen ausgesprochen. "Wir wollten damit aber niemanden angreifen, sondern haben lediglich den Standort beanstandet, weil wir Gesundheitsrisiken sehen", betonte Theresia Spies von der Bürger-Initiative (BI). 370 Meter beträgt die Entfernung zwischen dem geplanten Mast und dem nächstgelegenen Wohnhaus. Der Dorfchef versuchte diese Sorgen allerdings durch das Ergebnis von Immissions-Messungen zu entkräften, die an mehreren Stellen im Ort vorgenommen wurden. Demnach wird in Reinsfeld der Grenzwert von 42 Volt pro Meter deutlich unterschritten und liegt nur an einem Messpunkt bei über ein Volt pro Meter. "Für mich entscheidend ist der Satz, dass aufgrund dieser Ergebnisse eine Gefährdung der Anwohner nach heutigem Stand der Forschung auszuschließen ist", zitierte Spies aus einem Schreiben von E-Plus. Paul Port (OWL) gab jedoch zu bedenken, dass bei langjähriger Betriebserfahrung schon viele Grenzwerte nach unten korrigiert werden mussten und dies auch bei strahlenden Sendemasten passieren könnte: "Das verunsichert die Leute. Wir würden diese Ängste ignorieren, wenn wir sagen: Wir machen nichts."E-Plus lehnt Verlegung des Mastes ab

Die Anfrage der Gemeinde, ob eine Verlegung des Masts möglich ist, hat E-Plus aber bereits abgelehnt. "Dazu sehen wir keine Möglichkeit", hat das Unternehmen mit Hinweis auf "erhebliche Vorleistungen, die unsererseits getätigt wurden", schriftlich mitgeteilt. Juristisch dürfte es schwierig werden, gegen die Errichtung des Mobilfunk-Masts am "Alten Sportplatz" anzukämpfen, erklärte Peter Kunz (SPD). Da ein gültiger Vertrag existiert, müsste die Gemeinde - sofern die Immissionswerte eingehalten und alle baurechtlichen Auflagen erfüllt sind - "rechtswidrig das Einvernehmen versagen", wenn irgendwann im Rat über einen Bauantrag von E-Plus abgestimmt werden muss. Die Konsequenz: "Wir werden dann entschädigungspflichtig", betonte der Rechtsanwalt. Andreas Weist (CDU), der einräumte, "dass es ein Versäumnis von jedem von uns im Rat war, dass wir vorher die Anlieger nicht informiert haben", will für seine Fraktion die Zurückweisung des Bauantrags aber zumindest offen halten. "Ich denke schon, dass sich E-Plus die Sache noch mal überlegt, wenn es so viel öffentlichen Druck gibt", sagte Weist. Auch mehrere OWL-Mitglieder äußerten sich in diese Richtung. Spies ist da aber skeptisch: "Ich glaube nicht, dass sich E-Plus in diesem Stadium noch zurückzieht", sagt er. Danny Gorges hat die Hoffnung jedoch noch nicht aufgegeben, dass die BI ihr Ziel erreicht: "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. CDU und OWL sehe ich auf unserer Seite."

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