Schlechte Kommunikation

Was ist gefährlicher: das angeschaltete Handy in der Hosentasche oder ein ortsnah gelegener Mobilfunkmast, der dauerhaft Magnetwellen in die Umgebung abstrahlt? Bis heute sind sich die Wissenschaftler nicht einig, ob Mobiltelefone und deren Sendestationen krank machen oder nicht.

Es gibt mehrere Gutachten, die ein Gesundheitsrisiko bejahen, zahlreiche andere widersprechen dieser These. Doch einmal abgesehen von diesem Streit der Gelehrten: Allseits bekannt ist, dass viele Menschen sehr sensibilisiert sind und Angst um ihre Gesundheit haben, wenn in ihrer Nähe ein strahlender Mobilfunkturm errichtet werden soll. Dafür gibt es Beispiele zuhauf und im Hochwald mit dem Streit um den - letztendlich nicht installierten - D 2-Mast im Züscher Kirchturm ein bekanntes Vorbild. Obschon der Vorwurf unberechtigt erscheint, dass Ortsbürgermeister Rainer Spies und die Mitglieder des Gemeinderats in der Standortfrage die Qual der Wahl gehabt hätten. Beim Reizthema "Mobilfunk" hat es in Reinsfeld offenkundig an der Kommunikation gehapert. Dabei hätten die Gemeindeväter nur ins nahe Damflos schauen müssen, um zu erkennen, wie man es besser macht. Dort hatte die Kommune erst vor wenigen Wochen die Einwohnerschaft in die Diskussion über das Reizthema und die Frage nach dem richtigen Standort mit eingebunden, bevor der auf der Basis einer Bürger-Befragung den Weg für die Errichtung eines Mobilfunkmastes frei machte. Wäre in Reinsfeld ähnlich verfahren worden, wäre vermutlich schon im Vorfeld die breite Front der Ablehnung gegen die vorgesehene Stelle am "Alten Sportplatz" deutlich geworden und damit wohl auch die Abstimmung im Gemeinderat anders verlaufen. a.munsteiner@volksfreund.de

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