Schlemmen für einen guten Zweck
Hermeskeil · 100 Feinschmecker sind der Einladung zum zweiten "Tafeln für die Martinustafel" gefolgt. Die vor zwei Jahren gestartete Lebensmitteltafel hält jeden Donnerstag ihre Türen offen, was derzeit 480 Menschen aus der gesamten Verbandsgemeinde in Anspruch nehmen.
Hermeskeil. Etliche Gäste sind "Wiederholungstäter". Sie sind bereits bei der Premiere von "Tafeln für die Martinustafel" dabei gewesen und sehnen entsprechend erwartungsvoll das Servieren des ersten Gangs herbei.
Ob Geschmacksnerven und das bekanntlich mitschlemmende Auge auch dieses Mal auf ihre Kosten kommen werden? Laut Menükarte müsste das der Fall sein. Variationen vom Lachs und ein Kürbiscremesüppchen werden einstimmen auf Lammnüsschen mit Ratatouille, Gemüsecouscous und Minzsoße. Perfekt abrunden wird das Schlemmen für den guten Zweck Haselnuss-parfait mit Backpflaumen.
Schöne Gemeinschaft genießen
Wie die Karte, verspricht auch das ehrenamtliche Köche-Team Genuss. Mit Klaus Diewald vom Saarburger Hof und Bernd Schneider (Hotel Weis, Mertesdorf), die auch 2011 kochten, schwingt Peter Siegmund, Vorsitzender des Köchevereins Mittelmosel, den Kochlöffel. Unterstützt von Pia Pantenburg und Maik Treis ist der Wittlicher Benefiz-Kochprofi für einen verhinderten Kollegen eingesprungen. Denn ursprünglich hatten alle vier Premierenköche wieder dabei sein wollen.
Hergeführt hatte die Gäste sowohl der Wunsch, etwas für die Tafel zu tun, als auch die Aussicht auf ein leckeres Menü. "Wir essen gerne gut", nutzte die Reinsfelderin Sabine Lorscheider die Gelegenheit, so beides verbinden zu können. Sie hätten auch voriges Jahr getafelt und seien "total begeistert" gewesen.
Fast schon als Selbstverständlichkeit sah der Damfloser Peter Schembs, ein früherer Präsident des Lions-Club Hochwald-Hermeskeil, seine Teilnahme. Der Lions-Club hat der Tafel ein Fahrzeug gesponsert (der TV berichtete). Auch für Frank Gehl aus Hermeskeil hatte beim Anmelden zum Schlemmen die Unterstützung der Tafel im Vordergrund gestanden. Ihm sei es schon deshalb ein Anliegen, weil er sich auch kirchlich engagiere.
Diakon Klaus Elfert, Mitinitiator der vor zwei Jahren gestarteten Tafel, ermunterte jedoch, auch die "schöne Gemeinschaft" zu genießen. Das gemeinschaftliche Tafeln sichere das weitere Bestehen der Initiative der katholischen Kirchengemeinde und der Arbeiterwohlfahrt: "Wir können das Geld gut gebrauchen."
Die Martinustafel schreibe eine Erfolgsgeschichte, die leider nicht mit rückläufigen Zahlen aufwarte. Derzeit nehmen 480 Bedürftige das Angebot an, sich mit Lebensmitteln einzudecken. Anfangs waren es 74. Eine wichtige Säule der Tafel ist ein treues Team von rund 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die auch den Service beim Tafeln übernahmen.
Sie sei "aus Spaß an der Freude" dabei, begründete die Hermeskeilerin Andrea Kahn ihre Hilfsbereitschaft. Schließlich sei das ja für einen guten Zweck. "Das ist ja nicht nur Arbeit", pflichtete Mechthild Wiescher aus Gusenburg gut gelaunt bei. Nachdem sie voriges Jahr als Gast dabei gewesen sei, habe sie sich nun entschieden, mit anzupacken. Ähnlich wie Anna Gahler (13) aus Abtei, der es sichtlich Freude bereitete, die einzelnen Gerichte aufzutragen: "Ich mach so was gern. Das macht mir unheimlich Spaß."
Wer die Martinustafel (Öffnungszeiten: donnerstags 12.30 bis 16 Uhr, Haus Ecke Petersberg/Hirtenweg) unterstützen möchte, kann Mitglied des Fördervereins werden oder spenden: Konto 190 190 bei der Volksbank Hochwald, Bankleitzahl 585 647 88.