Schlichtung statt Strafe

Mit einem Eid auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist Wilhelm Auler von der Direktorin des Amtsgerichtes Hermeskeil, Claudia Stadler, in sein Amt eingeführt worden. Auler übernimmt diese Aufgabe von Hans Koch, der nun stellvertretender Schiedsmann ist.

Hermeskeil. (doth) Bürgermeister Michael Hülpes hatte Auler persönlich angesprochen, nachdem Hans Koch nach erfolgreicher Schiedsmannsarbeit seit 1994 nicht mehr in der ersten Reihe stehen wollte. Der Rat der Verbandsgemeinde empfahl Auler einstimmig. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

"Nach dem neuen Landesschlichtungsgesetz muss zunächst ein Schiedsmann eingeschaltet werden, bevor ein Zivilgericht eine Klage annimmt", erklärte die Direktorin des Amtsgerichtes, Claudia Stadler.

"In der Regel führen Streitschlichtungen zu sinnvollen und tragfähigen Lösungen, und das zu supergünstigen Preisen", weiß Hans Koch aus Erfahrung.

Am Hermeskeiler Rathaus wird ein zusätzliches Schild mit der Aufschrift "Schiedsamt" angebracht, denn Auler bekommt hier ein Sprechzimmer. Zunächst will er Sprechzeiten "nach Bedarf" anbieten und ist deshalb unter Telefon 06503/6185 und 0178/ 4352292 erreichbar. Stellvertreter Koch ist weiterhin unter Telefon 06503/8936 zu erreichen.

Was fasziniert Wilhelm Auler an diesem Amt? "Es gibt keine Verlierer. Es wird geschlichtet, nicht bestraft", erklärt er. Für den ehemaligen Ortsbürgermeister von Pölert, nach beruflichen Erfahrungen aus 40 Jahren Außendienst und bekannt für sein Engagement als Vorsitzender des Fördervereins für das Krankenhaus und das Altenzentrum, passt die neue Aufgabe zur Persönlichkeit von Wilhelm Auler.

"Seit drei Jahren bin ich im Vorruhestand. Ich kann doch nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen", erklärt der 58-Jährige. Es sei immer ein tolles Gefühl zu helfen.

Das bringe die Energie, um immer weiterzumachen, stellt er immer wieder fest. Gemeinsam mit Hans Koch bereitet sich Auler nun auf sein neues Amt vor: "Ich freue mich auf meinen ersten Fall."