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Schließungen nicht ausgeschlossen: 130 Eltern kommen zu Infoabend zur Zukunft der Grundschulen in der VG Kell

Schließungen nicht ausgeschlossen: 130 Eltern kommen zu Infoabend zur Zukunft der Grundschulen in der VG Kell

Wie viele Grundschulen wird es künftig in der Verbandsgemeinde (VG) Kell geben? Diese Frage bleibt auch nach einem Info-Abend für Eltern am Montag in Mandern unbeantwortet. Während der regen Diskussion, an der sich auch VG-Politiker beteiligten, deutete sich aber an, dass zumindest für den Erhalt von zwei Standorten eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht.

Mandern/Kell. Bürgermeister Martin Alten (CDU) wiederholte es während der mehr als zweistündigen Veranstaltung mehrfach: "Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Bandbreite der Vorstellungen reicht vom Beibehalten des Status quo bis zur Konzentration auf einen Standort."

Mit dieser Aussage richtete sich der Rathaus-Chef an die rund 130 Zuhörer, die sich in der Manderner Siebenbornhalle über das zukünftige Aussehen der Grundschullandschaft in der VG (siehe Extra) informieren wollten.2017 wird es ernst


Das entsprechende Konzept soll bis Sommer 2016 fertig und dann vom VG-Rat beschlossen werden, ehe es ab dem Schuljahr 2017/18 umgesetzt wird. Das sagte Alten über den Zeitplan. Der Infoabend diene dazu, die Eltern mit einzubeziehen und ihre Meinung zu hören: "Deshalb steigen wir auch nicht in die Diskussion ein, indem wir Ihnen heute schon ein fertiges Konzept vorstellen", betonte Alten.

Wie im TV bereits mehrfach berichtet, sieht die VG Handlungsbedarf, weil die Schülerzahlen voraussichtlich nur noch drei Jahre leicht steigen, dann aber absinken. Außerdem stehen an mehreren Schulgebäuden Sanierungs- und Unterhaltungsarbeiten an: "Wir wollen eine gute, solide und zukunftsfähige Grundschulstruktur schaffen", so Alten.
Widerspruch kam zunächst unter anderem von Reiner Schladweiler: "Bei diesen Schülerzahlen sehe ich keinen Handlungsbedarf. Lassen Sie es doch laufen, wie es ist", sagte der Regionalelternsprecher für den Bezirk Trier.

Im Ungefähren bewegte sich die Diskussion jedoch nur zu Beginn. Das änderte sich, als sich mit Klaus Marx und Markus Lehnen zwei weitere CDU-Politiker zu Wort meldeten. Letzterer erinnerte daran, dass die Diskussion über die Neugestaltung der Grundschullandschaft in der VG Kell im Zusammenhang mit dem Beschluss des Kreistags steht, der in Zerf die Realschule schließen wird. Dort werden also bald Räume frei. Beide machten deutlich, dass sie deshalb perspektivisch im VG-Gebiet den Erhalt von zwei Grundschul-Standorten in Zerf und Schillingen für sinnvoll erachten.Zerf allein zu wenig


Im Publikum war die Stimmungslage danach gemischt. Sandra Lehnen aus Kell - von dort fahren die Kinder seit jeher nach Schillingen - betonte, dass man "mit der Zeit gehen" müsse, vier Standorte wie bisher "unrentabel" seien und zwei Grundschulen in der VG für sie akzeptabel wären. "Wenn es aber nur eine Schule in Zerf geben würde, wäre das wegen der weiten Wege zu extrem." Tanja Schmidt-Blasius sagte: "Für mich ist es kein Problem, wenn mein Kind mit dem Bus fährt, dafür aber eine gut ausgestattete und qualitätvolle Schule mit mehr Personal besucht."

In diesem Punkt war Christina Lacour anderer Meinung. "Ich finde es gegenüber den kleinen Schulen unfair, wenn man sagt, dass es an größeren Schulen mehr Qualität gibt". Dass dem nicht so ist, beweise die Grundschule Hentern/Lampaden, die ihr Kind besucht. Aktuell ist es dort so, dass zumindest in diesem Schuljahr das Gebäude in Lampaden nicht genutzt wird und stattdessen in Hentern ein Klassencontainer aufgestellt wurde (der TV berichtete am 9. September). Seine Kritik daran erneuerte erwartungsgemäß der dortige Schulelternsprecher Martin Marx, zugleich Ortschef von Lampaden. "Lasst uns die kleinen Schulen erhalten", lautete sein Appell. Axel Berger aus Schillingen sagte: "Ich plädiere dafür, dass möglichst viele Standorte erhalten bleiben."

Der Schulträgerausschuss der VG wird sich am 8. Oktober mit dem Thema beschäftigen. Wenn Eltern der VG noch Vorschläge und Anregungen für die Neugestaltung der Grundschullandschaft mitgeben wollen, können sie das per E-Mail unter hochwaldbote@kell-am-see.de tun.Meinung

Deutlicher Fingerzeig
Nein, formell entschieden ist noch nichts. Doch die Infoveranstaltung am Montagabend hat schon einen deutlichen Fingerzeig gebracht, wohin bei der Umgestaltung der Grundschullandschaft in der Verbandsgemeinde Kell die Reise vermutlich hingeht. Zerf und Schillingen dürften wohl gesetzt sein, für Mandern, mehr aber noch für Hentern/Lampaden dürfte es mit dem langfristigen Erhalt eng werden. Dass es die VG-Politiker nicht allen Eltern recht machen können, wenn sie bis zum Sommer 2016 ihre Entscheidung treffen, ist schon jetzt klar. Sie werden für die mögliche, ja sogar wahrscheinliche Schließung von Standorten Kritik ernten. Zumindest beim Infoabend war die Stimmungslage unter den dort anwesenden Eltern aber auch nicht so, als würden sie sich massenhaft gegen jegliche Veränderungen sperren und auf einem Erhalt aller bisherigen Grundschulstandorte pochen. Insofern könnten die Voraussetzungen für die spätere Umsetzung der Reformpläne deutlich schlechter sein. a.munsteiner@volksfreund.deExtra

Foto: (h_hochw )
Foto: (h_hochw )

Schülerzahlen: In der VG Kell gibt es aktuell 272 Kinder, die fünf Grundschulen besuchen. In Schillingen sind es 86, in Zerf 62, in Hentern/Lampaden 48, in Mandern 41 und in Greimerath 35. In den nächsten Jahren ist die Zahl der Kinder, die eingeschult werden, einigermaßen absehbar. Sie wird zunächst noch bis 2018 (wahrscheinlich 86 Erstklässler) steigen und danach bis 2021 (58 Erstklässler) zurückgehen. Eine große Unbekannte besteht aber darin, dass sich diese Zahlen durch Flüchtlingskinder auch noch deutlich verändern können. Die VG ist Träger der Schulen in Schillingen, Mandern und Hentern/Lampaden. Aller Voraussicht nach wird sie vom Kreis auch die Trägerschaft der Grundschule Zerf übernehmen, der sich dort von der Realschule trennt. Ein Sonderfall ist die Grundschule Greimerath, deren Träger die Ortsgemeinde ist. Das soll auch so bleiben, wie Ortschef Edmund Schmitt auf TV-Anfrage sagt. Daher bleibt die Greimerather Schule bei der VG-Konzeption auch außen vor. ax