"Schlimmer geht's immer"

Meist singen Mario Puffay und Rüdiger Garbisch englischsprachige Titel von Frank Sinatra oder Sammy Davis jr. Ab und zu jedoch verfallen sie dem Schlager-Virus und liefern eine Hommage an den schlechten Geschmack - so auch im Kolpingheim in Konz-Karthaus.

Konz-Karthaus. (daj) Einen "Abstieg in die Schlagerhölle" nennt Rüdiger Garbisch das, was er und sein Gesangspartner Mario Puffay auf der Bühne aufführen. Beide treten seit 2002 gemeinsam auf und bringen normalerweise Songs von Frank Sinatra oder Dean Martin zu Gehör. Nun aber widmen sie sich bereits zum zweiten Mal deutschem Liedgut. Und weil sich die beiden nun einmal Mario, Rüdiger and Friends nennen, haben sie auch Gäste mitgebracht: Diesmal sind es Volker Schmitt und Caro Hermes.

Von Roland Kaiser bis Andrea Berg haben sie lauter bekannte Melodien mitgebracht. Jeder kennt sie, aber außerhalb der Schlagerszene traut sich kaum jemand, das auch zuzugeben.

Im Kolpingheim in Konz-Karth aus jedoch sind die mehr oder weniger heimlichen Schlagerfreunde unter sich. "Hat man sich erst einmal blamiert, lebt es sich ganz ungeniert", sagt Mario Puffay und fügt hinzu: "Wir sind auf dem besten Weg dorthin, aber wir nehmen euch mit!" Und so beginnt eine Reise immer hart am Rand des musikalischen Abgrunds, getreu dem Motto "Wenn schon Titanic, dann erster Klasse!"

Und was die vier Künstler auf der Bühne bieten, verdient durchaus das Prädikat erstklassig. Mit viel Witz und vor allem Selbstironie singen sie sich einmal um die ganze Welt des Schlagers, essen immer wieder sonntags Himbeereis zum Frühstück und träumen vom schönen fremden Mann und der Zuckerpuppe.

Das Publikum von rund 80 Besuchern besteht überwiegend aus Stammgästen, und die haben ebenso viel Spaß wie die Ausführenden.

Auch Volker Quirin, der aus dem Publikum auf die Bühne befördert wird, um anschließend im Brautkleid zu Roy Blacks "Ganz in Weiß" angeschmachtet zu werden, nimmt diesen Scherz mit Humor. Tanzend und klatschend begleiten die Gäste die Darbietungen. Natürlich singen sie auch mit - und so textsicher wie die meisten sind, hören wohl doch einige von ihnen häufiger Schlager, als sie zugeben. Rüdiger Garbischs Drohung "Schlimmer geht's immer" scheint jedenfalls niemanden zu schrecken - im Gegenteil, sie macht offenbar Lust auf immer mehr Perücken, Schlaghosen und - wie Volker Schmitt sagt - "Lieder, die die Welt nicht braucht".