Schluss mit dem schädlichen Schotter

Schluss mit dem schädlichen Schotter

Die Bahn will zwei marode Konzer Überführungen sanieren. Die Pläne hat sie im Rathaus vorgestellt. In einem Fall droht Ungemach.

Konz Die Bahnlinie zwischen Trier und Saarbrücken wurde 1860 eingeweiht. Schon damals gab es in Höhe der Alten Straße in Konz eine Bahnbrücke, stabilisiert mit einem Tonnengewölbe, was man bis heute an den Stützpfeilern erkennen kann. 50 Jahre nach Inbetriebnahme musste die Brücke erneuert werden. Dazu ersetzte die damalige Reichsbahn das Tonnengewölbe durch einen in Beton eingegossenen Walzträger - eine vor dem Ersten Weltkrieg übliche Technik für kurze Brücken, da man sich beim Bau ein Leergerüst spart.
Inzwischen ist diese Brücke so marode, dass sie erneuert werden muss. Das aufgebrachte Schotterbett entspricht nicht mehr den aktuellen Richtlinien. Das hat zur Folge, dass sich jeder Stoß auf das Bauwerk überträgt. Ingenieure der Bahn bewerten den Zustand der Brücke mit Vier, in anderen Worten: sehr ungenügend. Anwohner trauen sich nicht länger, unter der Brücke herzufahren oder herzugehen, wenn darüber ein Güterzug rollt. Immer wieder fliegen dann Schottersteine auf die darunter liegende Straße.
Doch das soll sich im kommenden Jahr ändern. Mitarbeiter der Bahn haben im Bauausschuss der Stadt Konz die Pläne zur Sanierung dieser Brücke vorgestellt. Geht es nach dem mit den Arbeiten beauftragten Ingenieurbüro Weihermüller-Vogel aus Wiesbaden, wird der alte Überbau durch eine neue Brücke ersetzt. Aufgestützt wird sie auf Betonfundamente, die in den Boden gerammt werden. Diese Variante habe den Vorteil, dass mit Fertigteilen gearbeitet werden könne, so die Ingenieure. Dadurch verkürze sich die Bauzeit auf etwa einen Monat. Nach vorläufigem Planungsstand soll mit der Sanierung im September 2018 begonnen werden. Einen Monat später soll der Brückentausch abgeschlossen sein.
Kosten für diese Brückensanierung kommen auf die Stadt Konz nicht zu. Die Bahn zahlt die kompletten Arbeiten - auch, weil weder die Straße noch irgendwelche Versorgungsleitungen während der Bauzeit angetastet werden müssen. Den Anliegern wurde zugesagt, dass während der Bauzeit ein Gutachter danach schaue, dass ihren Häusern nichts zustößt. Einziger Wermutstropfen: Noch will die Bahn an der Alten Straße nicht in den Lärmschutz investieren. Die Ausschussmitglieder nehmen die Forderung nach entsprechenden Initiativen gegen den Bahnlärm in ihrem ansonsten zustimmenden Beschluss auf und erinnern daran, dass die Strecke ins Lärmsanierungsprogramm der Bahn aufgenommen wurde. "Es wäre schade, wenn die Bahn die sich jetzt bietende Chance nicht nutzen und den Lärmschutz vergessen würde", sagte Bürgermeister Karl-Heinz Frieden in der Ausschusssitzung.
Ebenfalls erneuert wird ein zehn Meter langer Abschnitt der Personenunterführung zwischen der Kreisstraße 134 und dem Parallelweg im Stadtteil Karthaus. Dieses vor dem Ersten Weltkrieg errichtete Bauwerk ist ebenfalls in die Zustandsklasse vier eingestuft. Diese Baustelle wird die Bahn voraussichtlich knappe sechs Monate beschäftigen. Das liegt zum einen daran, dass durch dieses Nadelöhr täglich die Erzzüge Richtung Dillinger Hütte rollen und dass etliche kreuzende Leitungen neu verlegt werden müssen.
Die Arbeiten an dieser Brücke sollen gleichzeitig dazu genutzt werden, den Aufgang Richtung K 134 für Menschen, die zu Fuß oder mit Fahrrad oder Rollstuhl unterwegs sind, zu verbessern. Sorgen bereitete den Ausschussmitgliedern die bisher vernachlässigte Absprache mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier, der fast gleichzeitig an diesem Punkt die Kreisstraße saniert. Hier sind sich die Ausschussmitglieder sicher, dass die Behinderungen für den Verkehr nur denn auf ein Minimum reduziert werden könnten, wenn sich beide Bauträger absprechen würden.Extra: BAHNUNTERFÜHRUNG AM BAHNHOF KONZ


Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Konz hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit einem Zuschuss für den Bau der Personenunterführung am Bahnhof Konz befasst. Laut einer Rahmenvereinbarung beteiligt sich die Verbandsgemeinde Konz mit zehn Prozent an den Baukosten für die Erneuerung von Bahnhaltepunkten, die auf die Stadt Konz entfallen. Das sind nach der Schlussrechnung rund 140 000 Euro. Sascha Gottschalk, im September Bürgermeisterkandidat der Grünen für die Stadt Konz, hat im Vorfeld der Sitzung gefordert, den Zuschuss erst dann zu bewilligen, wenn etwaige Mängel an der Unterführung abgestellt sind. Er schildert, dass sich bei starkem Regen Wasser in dem Durchgang sammelt, das nur langsam ablaufe. "Man kommt da dann nicht mit trockenen Füßen durch", moniert Gottschalk. Laut Michael Naunheim, Pressesprecher der Verbandsgemeinde Konz, habe es das Problem bislang nur einmal gegeben, als der Abfluss verstopft gewesen sei. Das habe die Bahn aber sofort gelöst, als sie davon erfuhr.