Schmerzen in der Brust

SAARBURG. Der Motor des Kreislaufs ist das Herz. Nimmt es Schaden, hat dies für den Betroffenen oft weitreichende Konsequenzen. Dabei gilt: Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto größer ist die Heilungschance. Herzklappenfehler waren Thema eines Vortrags mit Dr. Friedrich Eich im Kreiskrankenhaus St. Franziskus.

Rund 200 000 Menschen leben derzeit in Deutschland mit einer neuen Herzklappe. Allein 2003 belief sich die Zahl derer, die wegen eines Herzklappenfehlers unters Messer mussten, bundesweit auf über 16 000. Die Ursachen für eine Erkrankung reichen von einer angeborenen Schädigung über altersbedingte Abnutzung bis hin zum Infarkt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Dabei gilt: Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser kann der Arzt darauf reagieren. Was aber ist ein Herzklappenfehler? Dr. Friedrich Eich, Chefarzt der Abteilung für innere Medizin am Kreiskrankenhaus St. Franziskus, beantwortete diese und weitere Fragen in einem Vortrag beim Herz-Aktionstag in Saarburg - Teil der bundesweiten Herzwoche der Deutschen Herzstiftung, die ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Herzklappen fungieren als eine Art Ventile. Innerhalb des Organs verhindern sie den Rückfluss des Blutes, das vom rechten Teil des Herzens über die Lunge zum linken Teil gepumpt wird. Im Laufe eines Lebens werden diese Ventile stark belastet und Verschleißerscheinungen können auftreten. Mitralklappeninsuffizienz, Aortenklappenstenose, eine verklebte Pulmonalklappe - das sind die medizinischen Bezeichnungen für das, was unter dem Begriff Herzklappenfehler zusammengefasst wird. "Mit am häufigsten ist die Stenose, also die Unfähigkeit einer Klappe, sich vollständig zu öffnen", berichtete Friedrich Eich. Das Blut müsse dann regelrecht hindurch gepresst werden, was zu einer verstärkten Aktivität des Herzmuskels und langfristig zu dessen Vergrößerung führe. "Erste Anzeichen sind Schmerzen in der Brust", so Eich. Weitere Symptome seien unter anderem geringere, körperliche Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit, sowie Herzrhythmusstörungen. "Vor allem bei älteren Menschen sind jährliche Kontrollen des Herzens ratsam, und auch bei unklaren Symptomen sollte der Arzt aufgesucht werden", riet Eich. Mit Hilfe umfangreicher Diagnoseverfahren sei man in der Lage, eine Erkrankung schnell und sicher nachzuweisen. Die Art der Behandlung variiere je nach Schweregrad und Zeitpunkt der Diagnose und reiche von der Ernährungsumstellung über Medikamente bis hin zur Operation. Ist ein Eingriff unumgänglich, werde die geschädigte Herzklappe wiederhergestellt oder durch ein Implantat ersetzt. Im kommenden Jahr wird der Fachbereich Kardiologie der Abteilung für innere Medizin im Krankenhaus Saarburg ausgebaut. Ziel sei eine verbesserte, fachärztliche Betreuung von Herzpatienten, erklärte Dr. Stefan Burg, der gemeinsam mit Eich die Innere Abteilung leitet. "Außer dem Herzkatheter stehen uns dann alle Diagnoseverfahren zur Verfügung." Ein erster Schritt in diese Richtung war vor kurzem die Anschaffung eines neuen, hochauflösenden Ultraschallgerätes. Burg erklärte: "Qualitativ kommen wir damit der Kernspintomographie sehr nahe." Auch Burg mahnte, erste Anzeichen für eine Erkrankung unbedingt ernst zu nehmen. Trotz modernster Technik sei eine rechtzeitige Behandlung das A und O.