Schnee ohne Ende

Kräftiger Schneefall hat am Mittwoch im Hochwald zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt, wenngleich es laut Polizei keine größeren Unfälle gab. Weil nur ein Bruchteil der Schüler mit dem Bus überhaupt ankam, gab es an mehreren Schulen kurzerhand schneefrei. In Hermeskeil wurde der Nikolausmarkt abgesagt.

Hermeskeil. Vor knapp zwei Wochen hatten die Meteorologen inständig vor einem heftigen Wintereinbruch gewarnt, der dann aber harmlos ausfiel. Umso mehr wurden die Menschen im Hochwald überrascht, als sie am Mittwochmorgen aus dem Fenster schauten. Seit der Nacht fielen in den Höhenlagen der Region bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Vor allem weite Teile der Verbandsgemeinde Hermeskeil versinken seit gestern in der weißen Pracht, während in den niedrig gelegenen Gebieten unter 300 Metern alles grün geblieben ist. Die winterlichen Wetterkapriolen machten insbesondere den Autofahrern schwer zu schaffen, die fast überall mit größten Problemen zu kämpfen hatten und sich oft nur sehr langsam über rutschige oder schneebedeckte Straßen quälten.

Die Männer in Orange hatten trotz Unterstützung durch zwei Schneepflüge aus Saarburg wegen der stundenlang anhaltenden Schneefälle selbst bei ihren Runden auf den wichtigsten Verkehrsadern einen schweren Stand: "Wir haben zwar die Straßen geräumt und gestreut. Wenn unsere Fahrzeuge aber auf dem Rückweg an derselben Stelle vorbeikamen, haben sie wieder nur Weiß gesehen", sagt Arnold Eiden, Leiter der Straßenmeisterei Hermeskeil. Etliche Laster, aber auch einige PKW fuhren sich in den Schneemassen fest, stellten sich quer und blockierten zeitweilig die Fahrbahnen. Nach Auskunft der Polizei waren unter anderem die Hunsrückhöhenstraße (B407) zwischen Hermeskeil und der Auffahrt zur A1 sowie im Bereich Mandern betroffen.

Auch auf der Autobahn selbst ging es in Höhe der Raststätte "Hochwald" teils nur im Schritttempo voran. Die L 147 zwischen Grimburg und Wadrill wurde wegen umgestürzter Bäume bis Donnerstag komplett gesperrt. Immerhin: Bei dem Schneechaos gab es zwar mehrere Rutschpartien, die mit Blechschaden im Straßengraben endeten. "Größere Unfälle waren aber bisher Fehlanzeige", so die Polizei am Spätnachmittag. Ein Opfer des Wintereinbruchs wurde hingegen der kurzerhand abgesagte Nikolausmarkt in Hermeskeil.

In vielen Firmen - etwa bei Siegenia-Aubi mit seinen circa 580 Beschäftigten - kamen die Mitarbeiter entweder erheblich verspätet, teils sogar gar nicht zur Arbeit.

An der Realschule und im Gymnasium Hermeskeil war jeweils nur ein Drittel der Schüler beim Unterrichtsstart da. Deshalb gab es dort kurzfristig schneefrei. Auch am Nachmittag blieb die Lage auf den Straßen kritisch, sie waren aber - wenn auch mit Vorsicht - befahrbar.