Schnell fit werden für die Grundschule

Schnell fit werden für die Grundschule

Ganz junge Flüchtlinge haben keine deutschen Sprachkenntnisse, sind aber schulpflichtig. So schnell wie möglich soll die neue Sprache bei 17 Kindern im Grundschulalter ganz selbstverständlich werden. Im vom Bildungsministerium in Mainz finanzierten Kurs der Volkshochschule (VHS) Konz wird die deutsche Sprache spielerisch erarbeitet.

Konz. Man stelle sich einmal vor, in einer Klasse zu sitzen und der Lehrer unterrichtet in einer Sprache, die man noch nie gehört hat. Genau so geht es frisch eingereisten Flüchtlingskindern. Bei den 17 Zwei- bis Viertklässlern, die jetzt bei der Volkshochschule (VHS) an einem Feriensprachkurs teilnehmen, soll das nicht passieren.
"Die Kosten von 2500 Euro bekommen wir vom Bildungsministerium erstattet", erklärt VHS-Leiterin Maria Dumrese, die sich mit der Beantragung viel Arbeit macht. Mit Anne Krause und Juliane Heldt hat sie zwei Lehramtsanwärterinnen, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten können und in Konz zwei Kurse übernehmen.
VHS-Leiterin Dumrese macht klar: "Wer noch nicht lesen und schreiben kann, ist ja nicht dumm." Die beiden Sprachdozentinnen sind begeistert vom Lernwillen ihrer Schützlinge, die mit ihren Eltern aus Syrien, dem Iran, Afghanistan, Somalia, Ägypten und Togo gekommen sind.
Es geht um die mündliche Sprachkompetenz. Darum, Wörter an ihrem Klang in ihrer Bedeutung zu erkennen. Das klappt besonders gut beim Malen. "Bunte Farben können gut mit Begriffen in Verbindung gebracht werden", erklärt Anne Krause. Malen, singen, spielen, so macht die deutsche Sprache Spaß.
Waffeln als Motivationshilfe


Weiter motivierend wirken das eine oder andere Eis oder Waffeln, und Fußball (natürlich auch auf Deutsch) auf der Wiese hinter der Volkshochschule. Mit den Kindern wird ausschließlich Deutsch gesprochen.
Eng wird mit den Pädagogen der Grundschulen St. Nikolaus und St. Johann zusammengearbeitet. Sie legen für jedes einzelne Kind den Förderbedarf fest. "Geschwister helfen sich gegenseitig", beobachtet Maria Dumrese immer wieder.
Einen "unbändigen Lernwillen" attestiert Elisha Weinandi, Lehrerin der Grundschule St. Johann, den Kindern. Das sei auch bei der Überwindung von Traumata wichtig, und: "Die Kleinen haben ein enormes Anpassungsvermögen."
Im gleichen Stil gibt es Sprachkurse der Kreisvolkshochschule in Hermeskeil und in Schweich. Auch für diese Kurse gebe es einen Zuschuss des Landes, sagt Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. "Die Kurse sind nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für andere Kinder mit Migrationshintergrund, die ihre Sprachfähigkeiten verbessern wollen", betont er.
Parallel zu den Kindern lernen auch deren Eltern die deutsche Sprache. Seit Anfang 2015 hat zum Beispiel allein die VHS Konz 16 Intensivsprachkurse für erwachsene Flüchtlinge durchgeführt. "Jetzt kann es passieren, dass die Kinder ihre Eltern in der Sprachkompetenz überholen", vermutet die VHS-Leiterin. Dumrese ist selbst gelernte Grundschullehrerin. Nur eines findet sie schade: "Die Dauer der Kurse von nur zwei Wochen ist zu kurz. Die Kinder machen trotzdem so tolle Fortschritte." Nach den Ferien brauchen die beiden Konzer Grundschulen St. Nikolaus und St. Johann bei den teilnehmenden Kindern auf jeden Fall nicht bei null anzufangen.

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