Schnelles DSL-Netz kommt nicht überall auf Tempo

Schnelles DSL-Netz kommt nicht überall auf Tempo

In den vergangenen Wochen hat die Verwaltung in Konz mehrere Beschwerden aus Oberemmel und Roscheid V bekommen. Der Anschluss an das schnelle DSL-Netz der Telekom funktioniert in manchen Haushalten nicht. Laut Telekom liegt das an internen Problemen.

Konz. Das Tälchen sei an die Datenautobahn angeschlossen, hieß es im Oktober 2010. Damals verkündete die Telekom zusammen mit Vertretern der Verbandsgemeindeverwaltung, dass Ober-emmel und Krettnach an das schnelle DSL-Netz angebunden worden seien. Ähnliche Töne waren zu vernehmen, als die Nachricht vom schnellen Netz im Neubaugebiet Konz-Roscheid V im März 2010 kam. Doch dieses Versprechen wurde nicht in allen Haushalten erfüllt. Bei den meisten Interessenten in diesen Konzer Stadtteilen funktioniere der Anschluss reibungslos, sagt Joachim Weber, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Konz. Es gebe aber vereinzelt Bürger, die sich mit Beschwerden an die Verwaltung gewandt hätten. Was die Fehlerquelle ist, weiß Weber nicht.
Der Beigeordnete dementiert jedoch Gerüchte, dass die Verwaltung ein Formular falsch ausgefüllt habe und nur 400 Anschlüsse für das Tälchen und Roscheid V zusammen bestellt habe. Das habe ein Mitarbeiter der Telekom einem Kunden in der Filiale in Konz gesagt, der sich danach an die Verwaltung gewandt habe. In den Verträgen mit der Telekom sei klar festgelegt, dass im Baugebiet Roscheid V 480 Anschlüsse, in Oberemmel rund 600 und in Krettnach 180 vorgehalten werden sollen. "Wir erwarten, dass die Telekom ihre Verträge erfüllt", betont Weber.
Die Telekom weist die Gerüchte ebenfalls zurück. "Die Kommune hat überhaupt nichts falsch gemacht, und die Gemeinde hat sich nichts vorzuwerfen", sagt Telekom-Pressesprecher George McKinney. Hier sei ein Kunde im Telekomshop in Konz falsch informiert worden. "Es gibt keine Leitungsengpässe." Dass trotzdem nicht alles rund laufe, liegt laut McKinney an einem "Buchungsproblem" bei der Telekom.
"Es ist schwer abzuschätzen, wie verbreitet das Problem ist", sagt Weber. Um das Ausmaß zu erfassen, bittet er alle Betroffenen darum, sich bis spätestens Dienstag, 23. August, bei der Verwaltung zu melden, per Mail an breitband@konz.de oder telefonisch unter 06501/83181. So könne die Verwaltung alle Problemfälle bündeln. "Wir können dann mit diesen Informationen an die Telekom herantreten", sagt Weber.
Während die Verwaltung versucht, die Probleme in den Konzer Stadtteilen zu erkunden, freuen sich die Wawerner. Anfang Juli hat dort die saarländische Firma Inexio das DSL-Netz freigeschaltet.
Inzwischen haben sich laut Geschäftsführer Thorsten Klein 94 Wawerner gemeldet, um einen Inexio-Zugang zum Internet zu bekommen. "Das ist für Wawern ein ziemlich gutes Ergebnis", sagt Klein. 43 Anschlüsse laufen schon über Inexio. Der Wechsel von der Telekom verlaufe meist reibungslos.
Mit diesem Ergebnis ist auch Ortsbürgermeister Franz Zebe zufrieden. Die Konzer Verwaltung kann sich nun auf andere Gemeinden konzentrieren, die noch nicht an das schnelle DSL-Netz angebunden sind (siehe Extra). cmkAn der Obermosel ist laut dem für den DSL-Ausbau zuständigen Verwaltungsmitarbeiter Alexander Queins einiges in Bewegung. In Nittel wird in Sachen Breitbandanschluss auf das Neubaugebiet Wiesengraben gesetzt, das dort erschlossen werden soll. Das Baugebiet bringe genug Neukunden, um einen DSL-Anbieter zu finden, der dort Geld investiert. Für Oberbillig sowie in Pellingen seien Förderanträge beim Land für den Netzausbau gestellt. Bisher habe die Verwaltung noch keine Rückmeldung bekommen. Für Wasserliesch wird zurzeit eine Umfrage zum Thema ausgewertet. Für Konz-Kommlingen wurde die Auswertung abgeschlossen. 35 Prozent der 160 Haushalte haben teilgenommen. 30 Prozent sind unzufrieden und haben kein schnelles Internet. Laut Verwaltung kann mit diesem Ergebnis ein Förderantrag gestellt werden. Für Niedermennig und Obermennig werden Anträge vorbereitet. In Onsdorf ist eine Funklösung vorgesehen. In Konz-Könen soll das Thema noch einmal im Rahmen der Dorfmoderation angegangen werden. cmk