Schnelles Internet in Sicht

Lampaden · Gute Nachricht im Lampadener Ortsgemeinderat: Im nächsten Frühjahr soll es endlich schnelles Internet im Dorf geben. Doch die jüngste Sitzung des Rates war auch von Unruhe geprägt. Der inzwischen fraktionslose Martin Marx bestand erneut auf eine detaillierte Mitschrift der Wortbeiträge.

 Im nächsten Frühjahr soll Lampaden mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde Daten aus dem Internet ziehen können. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Im nächsten Frühjahr soll Lampaden mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde Daten aus dem Internet ziehen können. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Lampaden. Noch bevor Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf die Tagesordnung der Ortsgemeinderatssitzung Lampaden eröffnet, geht die Hand von Martin Marx nach oben. Der inzwischen Fraktionslose mahnt eine detaillierte Niederschrift der vergangenen Sitzung an. Erneut wird das Gremium eine Stunde länger tagen als nötig.
Seine Anträge seien zu kurzfristig eingegangen und könnten daher nicht spontan beantwortet werden, stellte Hermesdorf fest. Er bekomme aber schriftlich Antwort.
Nach dem in Lampaden inzwischen obligatorischen Disput kam die frohe Botschaft für 15 Zuhörer und das ganze Dorf: Im Frühjahr wird es schnelles Internet in Lampaden geben. Das Gremium hat sich für den Stromanbieter REW entschieden, der mit Vodafone zusammenarbeitet.
Keine Auskunft zu Kosten


Die Gelegenheit ist günstig. Gerade verlegt der Stromriese eine Hochspannungsleitung aus Richtung Olmuth nach Lampaden ins Erdreich. Parallel dazu kommt ein Leerrohr in die Erde, durch das ab Frühjahr nächsten Jahres ein Glasfaserkabel laufen soll, durch das eine Datenmenge von bis zu 50 Megabit pro Sekunde fließen kann.
"Die Kunden werden allerdings nur über Vodafone ins Internet kommen", nennt Hermesdorf einen kleinen Haken an der Entscheidung. Über die Kosten, die von der Ortsgemeinde anteilmäßig übernommen werden, wurde in nichtöffentlicher Sitzung gesprochen. Weder Hermesdorf noch der Verbandsgemeinde Kell war tags darauf ein Betrag zu entlocken. "So günstig bekommen wir das nicht wieder", deutete der Ortschef allerdings an. "Die Finanzierung ist mit der Kommunalaufsicht abgestimmt", bestätigt Michael Stüber von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Kell.
Bislang müssen sich die Internetnutzer mit einer Übertragungsrate von unter zwei Megabit pro Sekunde begnügen. Das Funksystem der Firma Telecab aus Bückeburg stellte sich außerdem als sehr wetterfühlig heraus. "Bei Wind, starkem Regen oder Gewitter geht da nichts mehr", zählt Hermesdorf Störfaktoren auf, über die seine Mitbürger schimpfen.
Von einer öffentlichen Ausschreibung für Internet-Anbieter nahm der Lampadener Rat Abstand. "Das hätte sich gut und gerne zwei Jahre hingezogen, und am Schluss hätten wir womöglich doch wieder einen Funkanbieter nehmen müssen, um an Zuschüsse aus Mainz zu kommen", erklärt Hermesdorf.
Mit Heike Mergens nahm er ein neues Ratsmitglied per Handschlag in das Gremium auf. Sie rückt für Albert Mergens von der früheren M+M- Fraktion nach, der sein Mandat aufgab, als abzusehen war, dass er mit seinem Bauvorhaben scheitert. "Die Halle hätte eindeutig im Außenbereich gestanden", sagt dazu der Ortschef. Das habe man auf gar keinen Fall genehmigen können.
Die Arbeitsweise von Martin Marx wurde von der CDU per Resolution kritisiert (siehe Extra). Marx sei an diesem Beitrag nicht beteiligt gewesen, unterstreicht Hermesdorf.
Extra

In einer Resolution, vorgetragen von Ratsmitglied Klaus- Jürgen Lambert, missbilligt die CDU-Fraktion die Arbeits- und Vorgehensweise des Ratsmitgliedes Martin Marx aufs Schärfste. Gegen einen Schriftwechsel sei im Grunde nichts einzuwenden. Wiederhole er sich dagegen ständig, mit zum Teil gleichen Wortlauten, sei davon auszugehen, dass es Marx nicht mehr um die Sache geht, sondern darum, Unruhe in die Arbeit des Gremiums zu bringen, heißt es darin. "Bei jeder Sitzung wird eine Aufarbeitung der Niederschrift der vorangegangenen Sitzung verlangt", kritisiert Lambert diesen einmaligen Vorgang. Die CDU spricht sowohl den Mitarbeitern der Verwaltung als auch Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf ihr Vertrauen aus: "Bei all dem Aufwand war bis jetzt kein Beschluss oder eine Entscheidung zurückzunehmen." Die CDU mahnt, zur Normalität zurückzukehren, sonst gehe die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, weiter zurück. Das wäre ein unwiederbringlicher Schaden für die Gemeinde. doth

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort