Schock, Spendenwelle, Sanierung

Rund vier Jahrzehnte nach der letzten Renovierung und knapp drei Jahre, nachdem am Gebäude erneut massive Schäden festgestellt worden waren, soll die Sanierung der Pfarrkirche in Irsch nun am Montag beginnen. Die Arbeiten sollen rund ein Jahr dauern.

Irsch. "Die Pfarrkirche in Irsch muss dringend saniert werden", lautete die Kernaussage eines Baugutachtens des Bistums Trier vor drei Jahren, das von Sanierungskosten in Höhe von rund 650 000 Euro ausging - Geld, das die Pfarrgemeinde bei weitem nicht hatte. Auf den Schock bei den Irschern über den hohen Betrag folgte eine beispiellose Spendenwelle im Ort.

So wurden Veranstaltungen zugunsten der Kirche organisiert, und Privatleute, Vereine und andere Gruppierungen zahlten zum Teil erhebliche Beträge auf das Konto des eigens gegründeten Kirchen-Fördervereins "St. Gervasius und Protasius" ein. Im vergangenen Jahr schockte ein weiteres Gutachten die Irscher. Danach beläuft sich die Kirchensanierung nun auf fast 900 000 Euro. Schuld ist das Dach, das offenbar maroder ist als zunächst angenommen (der TV berichtete). Scheinbar unbeeindruckt spendeten die Irscher weiter - bis heute mehr als 170 000 Euro.

Am Montag, 4. Mai, soll die zu 80 Prozent vom Bistum getragene Kirchensanierung anlaufen. "Zunächst soll die Orgel abgebaut und bei einer Fachfirma im saarländischen Heusweiler gelagert werden", erklärt Pfarrer Peter Leick. "Bei dieser Gelegenheit lassen wir die Orgel überholen." Das koste zwar zusätzliches Geld, "aber im Zusammenhang mit der Kirchenrenovierung bezuschusst das Bistum den Ab- und Aufbau des Instruments, den die Pfarrei bei einer reinen Orgelsanierung komplett aus eigener Tasche zahlen müsste". Als nächster Schritt nach dem Aufbau des Gerüsts im Kirchen-Innenraum sollen die aus den 60er Jahren stammende Holzdecke und das Dach samt Gebälk entfernt werden. "Danach werden nur noch die Außenmauern des Gebäudes stehen", erklärt Leick. Nur das Deckengewölbe im Seitenschiff bleibe erhalten. Auch die Sakristei soll renoviert und der Altarraum einschließlich Altar-Podest neu gestaltet werden. Außerdem ist eine Modernisierung der Heizungsanlage geplant. Bevor die Bauarbeiter anrücken, muss das Gotteshaus leergeräumt werden. So soll ein Teil der Holzbänke während der rund ein Jahr dauernden Arbeiten in einer Halle der französischen Kaserne in Saarburg-Beurig gelagert werden. Andere Bänke "wandern" in den großen Saal des ehemaligen Gasthauses "Zur Post". Dort finden während der Kirchensanierung die Gottesdienste statt. "Wenn alles gut geht, kann an Ostern 2010 wieder eine heilige Messe in der frisch sanierten Pfarrkirche abgehalten werden", sagt Peter Leick.

Extra Abschluss-Gottesdienst: Bevor die Sanierungsarbeiten am Montag starten, findet am Sonntag in der "alten" Pfarrkirche in Irsch ein Abschluss-Gottesdienst statt. "Im Anschluss an die Messe ziehen wir in einer Prozession in die Ersatz-Kirche im gegenüberliegenden Gasthaus ,Zur Post'", sagt Pfarrer Peter Leick. "Dort ist der Abschluss der Messe geplant." Beginn des Gottesdienstes in der Pfarrkirche ist um 17.30 Uhr. (hpü)