Schöne Rosen, doofe Toiletten

Mit geschätzten 1200 Besuchern war der "Kindertag" am Roscheider Hof mal wieder ein voller Erfolg: Ausschlaggebend dafür war neben dem bewährten, reichhaltigen Programm mit vielen Gelegenheiten zum Mitmachen sicherlich auch das angenehme Wetter.

Konz. Na also: Am letzten Tag der großen Ferien lassen die Wettergötter ausnahmsweise mal Gnade walten und gönnen Kindern und Erwachsenen im Freilichtmuseum Roscheider Hof einen sonnigen Tag ohne lästigen Regen: Beim "Kindertag" können die kleinen und großen Museumsbesucher dort, wie jedes Jahr, nicht nur die alte Schule oder den Kaufmannsladen besichtigen, sondern auch wieder viel mitmachen: So kann mit Ton modelliert werden, es wird gefilzt, gemeißelt und Stockbrot gebacken - mit selbst gemachtem Sauerteig, für den auch das Getreide unter Körpereinsatz gemahlen werden muss. "Wenn man das alles selbst macht, schmeckt es gleich doppelt so gut", meint Sarah aus Konz, die jedes Jahr zum Kindertag kommt, und dann auch immer ganz viel mitmacht: "Sehr interessant ist auch der Kräutergarten, aus dem man sich mal ein bisschen was auszupfen darf, um sich dann zu Hause einen leckeren Tee damit zu machen."Auch Michelle konnte sich für einen Garten begeistern: "Der Rosengarten war am allerschönsten", sagt sie, und auch die alte Schule fand das Mädchen aus Trassem faszinierend: "Am liebsten würde ich auch früher leben!" Steven aus Konz hatte kein Problem damit, am Sonntag zu schuften: "Mir hat das Meißeln gut gefallen, auch wenn das ganz schön Arbeit war", sagt er und freut sich, dass man sein Kunstwerk auch mit nach Hause nehmen darf - wobei sicher nicht jedes Stück fertig wird: Das Bearbeiten des Ytongs dauert natürlich seine Zeit, und es gibt ja noch so viel mehr zu sehen und zu tun. Ist aber kein Problem - schließlich darf man bei Gefallen gerne wiederkommen, versteht sich der Kindertag am Roscheider Hof doch vor allem als Schnupperangebot der Museumspädagogik: "Mit der Veranstaltung wollen wir die Projekte vorführen, die das Jahr über so angeboten werden", erklärt Geschäftsführer Hermann Kramp, der gerade am zeitlosen Bratwurstgrill seinen Dienst versieht - und natürlich über das Wetter froh ist: "Gestern ist uns hier fast der Pavillon weggeflogen", sagt er und bezeichnet den stetig vorbeifließenden Besucherstrom als immer noch "übersichtlich" - was ja auch seine Vorteile habe: "In anderen Jahren musste man vor fast jeder Attraktion erst mal Schlange stehen", sagt Kramp. Das ist heute nicht so, auch wenn von Leere keine Rede sein kann. Ganz am Ende des Areals gibt etwa ein Kind dem anderen zwar nicht die Klinke, dafür aber den Bogen in die Hand: Unter umsichtiger Anleitung dürfen auch die Kleinsten dort mal mit richtigen Pfeilen schießen. Auch wenn das vielen Kindern Spaß macht - sie haben auch Freude an weniger Action, etwa daran, sich das alte Klassenzimmer oder den Tante-Emma-Laden anzusehen - wenn auch die Faszination für das Zeitalter der Plumpsklos nicht immer grenzenlos ist: Emily aus Pellingen ist jedenfalls "froh, dass ich nicht damals gelebt habe: allein schon wegen der doofen Toiletten!"Video ab 16 Uhr untervolksfreund.de/videos

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