Schöner ankommen in Konz

Der Hauptbahnhof in Konz wird bald saniert. Die Stadt Konz will ihre Pläne Ende des Monats vorstellen. Der TV hat sich vor Ort umgeschaut und mit Bürgermeister Karl-Heinz Frieden sowie Bahnfahrern gesprochen.

Auf einer Wiese vor dem Bahnhofsgebäude steht eine Plakatwand. Plakatreste erinnern an Konzerte, die stattfanden, bevor die Deutsche Bahn AG Mitte 2009 den Fahrkartenschalter im Bahnhof schloss. Am Zaun, der den Bahnsteig vom Parkplatz abgrenzt, sind zwei Fahrräder angekettet.

Im Fahrradschuppen neben dem klassizistischen Bahnhofsgebäude wartet ein einsames Rad auf seinen Besitzer. Auf der Treppe ins Bahnhofsfoyer liegen die braunen Scherben einer zerbrochenen Bierflasche, etliche Zigarettenkippen und Flyer eines Open-Air-Konzerts.

Verschmierte, unlesbare Pläne

"Mir ist es am Bahnhof zu dreckig", sagt Alla Günter aus Konz. Sie fährt nach eigener Aussage selten mit dem Zug. "Alles ist verschmiert, auf den Plänen lässt sich nichts mehr lesen."
Dass man erst vom Schaffner auf den Bahnsteig gelassen wird, stört sie aber nicht.

Doch das soll sich in Zukunft ändern. "Eines unserer Ziele ist es, einen barrierefreien Zugang zu allen Gleisen zu schaffen", erklärt Stadtbürgermeister Karl-Heinz Frieden. "Was im Zuge der Sanierung des Haltepunkts nicht geleistet werden kann, ist eine Renovierung des Bahnhofsgebäudes." Das Gebäude gehöre nach wie vor der Bahn, und die entscheide letztlich, was dort geschieht.

Verbesserung der Bahnhaltepunkte

Das Land Rheinland-Pfalz, die Struktur- und Genehmigungsdirektionen Nord und Süd und die Deutsche Bahn Station & Service AG verständigten sich im März darauf, bis Ende 2019 rund 110 Millionen Euro in die Verbesserung der Bahnhaltepunkte im Land zu investieren.

Der Hauptbahnhof Konz soll profitieren und bereits ab 2012 auf Vordermann gebracht werden (der TV berichtete). Wer letztlich welchen Kostenanteil trägt, muss noch ausgehandelt werden.
"Allerdings ist es mit der Sanierung des Haltepunkts allein nicht getan", betont Frieden. Das gesamte Bahnhofsumfeld müsse überarbeitet werden.

Fahrradstellplätze und Bahnunterführung

"Angedacht sind eine Buswendeplatte, Fahrradstellplätze und eine Bahnunterführung, um Berendsborn besser an die Stadtmitte anzubinden." Geld dafür könnte aus dem Förderprogramm "Aktive Stadtzentren" bereitgestellt werden. Davon können auch Eigentümer von Privatgebäuden im Bahnhofsbereich profitieren. Eine Infoveranstaltung dazu ist für Freitag, 27. Mai, geplant (siehe Extra).

Alle Pläne rufen jedoch noch nicht bei jedem Konzer Begeisterung hervor. "Oh, nein! Bloß kein neuer dunkler Tunnel", stöhnt Laura Elwart aus Konz. Die 16-jährige Schülerin besucht das Wirtschaftsgymnasium in Saarburg und wäre schon froh, wenn die Fenster im Bahnhof repariert würden. "Im Winter ist es im Wartebereich verdammt kalt." Cedric Vogt und Neami Jakobs aus Konz finden die Idee, die Bahnsteige auszubauen, gut. "So, wie es momentan ist, ist das Gedränge hinter der Absperrung manchmal schon sehr groß."

Noch während die Schüler das sagen, fährt auch schon der Zug in den Bahnhof ein, mit dem sie weiter nach Trier wollen. Ein Bahnmitarbeiter öffnet das Tor zum Bahnsteig. Die Passagiere gehen über die Gleise zum Zug und steigen ein. Das Tor kommt künftig weg. Doch wie der Bahnhof dann aussehen soll, steht noch nicht fest.
Extra: Infoabend

Die Stadt Konz wurde vergangenes Jahr in das Förderprogramm "Aktive Stadtzentren" aufgenommen. Mit Hilfe des Fördergeldes aus dem Programm will die Verwaltung die Innenstadt rund um den Hauptbahnhof sanieren. Das Planungsbüro ISU aus Bitburg bereitet das zurzeit vor. Auch private Hauseigentümer in dem betroffenen Bereich können Fördergeld für eigene Sanierungsmaßnahmen erhalten. Eine erste Informationsveranstaltung dazu hat die Verwaltung für Freitag, 27. Mai, um 18 Uhr auf dem Marktplatz in Konz in einem großen Zelt geplant. Verwaltungsmitarbeiter erläutern dann die Einzelheiten zu dem Themenkomplex. Für 17 Uhr hat das Haus der Jugend auf dem Marktplatz ein Programm mit Kletterwand und Spielmöglichkeiten vorbereitet. cmk