Schöner wohnen in Schoden

Der Schodener Ortsgemeinderat hat die Satzung für ein Sanierungsgebiet im Ortskern beschlossen. Das Regelwerk ermöglicht Hausbesitzern bei der Erneuerung ihrer Immobilie nicht nur, erheblich Steuern zu sparen. Darüber hinaus können auch weitere Zuschüsse kassiert werden. In einer Bürgerversammlung wurde informiert.

Schoden. In Schoden haben von den rund 70 Gebäuden im Sanierungsgebiet 25 einen mittleren und 14 einen hohen Sanierungsbedarf. So lautet das Ergebnis einer vorbereitenden Untersuchung, mit dem der vom Ortsgemeinderat beauftragte Planer Hubert L. Deubert aus Quirnheim die Besucher einer Informationsveranstaltung konfrontiert hat. 14 Bürger wollten wissen, was es mit diesem Sanierungsgebiet auf sich hat.
Nach dem ersten Schock erklärte der Planer, wie kostengünstig eine Modernisierung oder Instandsetzung werden kann, wenn das Haus innerhalb des 4,7 Hektar großen Gebiets liegt, das für die Sanierung ausgewiesen wurde. "Bis zu 20 000 Euro Zuschuss kann beantragt und innerhalb von zwölf Jahren alles steuerlich abgeschrieben werden", warb der Planer. Von den 750 Einwohnern könnten rund 200 in diesen Genuss kommen.
Der Ortsgemeinderat hat die dafür notwendige Satzung beschlossen. Jetzt kann jeder sanierungswillige Hausbesitzer bei Ortsbürgermeister Andreas Pauly eine Modernisierungsvereinbarung beantragen. Damit geht der Antragsteller zur Verbandsgemeinde (siehe Extra).
"Wichtig ist, dass die Maßnahme noch nicht begonnen hat", warnt Deubert. Ortschef Pauly hat nicht nur das Schöne Wohnen in Schoden im Blick, sondern auch die demografische Entwicklung: "Viele Dörfer entleeren sich bereits. Wir müssen rechtzeitig gegensteuern." Deshalb sollen vor allem auch junge Familien für ältere Immobilien begeistert werden. In Schoden gibt es allerdings derzeit nur einen Leerstand. Paulys Tipp für Ruheständler lautet: "Die Erbfolge regeln, um Zuschüsse zu sichern und dann ein Wohnrecht festschreiben."
Seit Jahren unterstützt die Verbandsgemeinde Saarburg das Wohnen in den gewachsenen Ortskernen. 1000 Euro bekommen Bürger, die sich von einem Architekten beraten lassen, was alles mit der Altimmobilie möglich ist. Junge Familien mit Kindern werden besonders von der Verbandsgemeinde gefördert.
Sogar Arbeitsstunden in Eigenleistung, ob vom Bauherrn selbst oder vom hilfsbereiten Nachbarn abgeleistet, können mit zehn Euro pro Stunde beim Finanzamt geltend gemacht werden. "Allerdings müssen diese Stunden schriftlich festgehalten sein und in realistischer Größeordnung zum Projekt stehen", erklärt der Planer.
Einzelprojekte wie nur ein neues Dach, nur neue Fenster oder eine frisch gepflasterte Einfahrt werden nicht gefördert, sehr wohl aber eine komplette energetische Sanierung. Die Förderung ist auch bei Geschäftsgebäuden oder vermieteten Häusern möglich. Nur Leute, die in Luxemburg Steuern zahlen, gehen leer aus. "Da haben sie Pech. Dort gilt unser Fördersystem nicht", musste Deubert einen Fragesteller enttäuschen. doth
Extra

Über die Fördermöglichkeiten bei Renovierung und Sanierung informiert das Planungsbüro Deubert unter Telefon 06359/801680. Bei der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg beraten Nils Osterwalder (Telefon 06581/81283) und Thomas Wallrich (Telefon 06581/81280). Weitere Informationen unter: <%LINK auto="true" href="http://www.bauen-im-ortskern.de" class="more" text="www.bauen-im-ortskern.de"%>. Neben Schoden gibt es ausgewiesene Sanierungsgebiete in Serrig, Freudenburg und Fisch. Irsch, Ayl, Mannebach und Trassem sind in der Vorbereitungsphase. doth