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Schüler helfen Schülern

KONZ-OBEREMMEL. (jka) Die Grundschule Oberemmel wollte nach der Tsunami-Katastrophe vor einem Jahr konkret helfen und fand durch einen Trierer Arzt eine Schule in Indonesien, die nun im Rahmen einer Schulpartnerschaft auch langfristig unterstützt werden soll.

"Wir wollten nicht unbedingt durch die großen allgemeinen Hilfsprojekte mitwirken", erzählt Schulleiter Walter Kohl. Es sei gar nicht so einfach gewesen, da etwas zu finden, was konkrete Hilfe möglich mache, so dass man mitverfolgen könne, was mit den Spenden geschehe. "Dann habe ich aber im September im TV einen Artikel gelesen über einen Arzt aus Trier, der in Indonesien hilft." Der Arzt ist der Trierer Dr. Klaus Seelig, der gemeinsam mit seiner aus Indonesien stammenden Frau in diesem Jahr schon mehrfach vor Ort war (der TV berichtete) und sich auch zur Zeit wieder länger dort aufhält. Die Schule befindet sich in Onowaembo, einem Ort mit 3000 Einwohnern auf der Insel Nias. Diese gehört zu Indonesien und liegt etwa 125 Kilometer vor der Westküste Sumatras. "Dort gehen etwa 280 Kinder zur Schule, es gibt sechs Klassen, die von vier Lehrern, einem Rektor und seinem Stellvertreter betreut werden", so Walter Kohl. Der Ort liegt sehr isoliert, weiß er von Erzählungen Seeligs, zu dem er in E-Mail-Kontakt steht: "Eine Brücke fehlt zum Beispiel auch." Ziel der Grundschule in Oberemmel sei es, neben der Unterstützung des Wiederaufbaus der Schule vor allem ganz konkret zu helfen. Als Bindeglied zwischen beiden Schulen soll dabei ein Pastor, der auf Nias geboren sei, dienen. Die Oberemmeler Schüler helfen mit: Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien haben auch sie selbst Geld gespendet. "Das war richtig viel und es war den Kindern auch wichtig", freut sich der Schulleiter. Ein Erstklässler sei sogar noch einmal zu ihm gekommen und habe ihm einen Teil seines Taschengeldes überreicht: "Er sagte mir, er wolle, dass die armen Kinder dort auch wieder in die Schule gehen können."