Saarburg: Schüler lernen, im Katastrophenfall zu helfen

Saarburg : Schüler lernen, im Katastrophenfall zu helfen

Ein internationales Projekt führt eine Saarburger Gruppe in eine irische Grafschaft. Ihr Thema ist die Kartierung von Gefahrenzonen.

(red) Schüler und Lehrer der Geschwister-Scholl-Schule Saarburg waren zu einer einwöchigen intensiven Projektarbeit in Irland zusammen mit Schülern aus Irland, Rumänien, Spanien und Portugal aktiv.

Das gemeinsame Arbeiten, die Schulung und Einübung von wichtigen Fertigkeiten im Kartieren, fand in der Portmarnock Community School in Irland statt. Die irische Grafschaft Fingal County hat eine Partnerschaft mit Lesotho, innerhalb derer die Schule schon mehrfach mit Kartierungsaktionen eingebunden war. Zuletzt waren Schüler dieser irischen Partnerschule in Lesotho, um gemeinsamen mit einheimischen Schülern an der Verbesserung der Karte dieses Landes zu arbeiten. Zu Beginn der Arbeitstagung haben die irischen Schüler über ihren Einsatz in Lesotho, unterstützt durch beeindruckende Fotos und Videos, ausführlich berichtet.

Die Schüler der Höheren Berufsfachschule der BBS Saarburg, Alina Kiefer und Laura Endres, sowie die Schüler Linus Guth und Max Leuk konnten in Irland aus erster Hand erfahren, wie wichtig Open StreetMap (OSM) für Rettungskräfte wie zum Beispiel das Rote Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen in Krisengebieten ist. Sie lernten, vor Ort Daten aufzunehmen und diese dann in einem zweiten Schritt  am PC zu nutzen. Alina Kiefer meint dazu: „Der Aufenthalt in Irland war toll, weil ich gesehen habe, wie man in einem internationalen Team arbeitet, gleichzeitig Spaß haben und trotzdem Gutes tun kann.“

„Das Hauptziel dieses Projektes ist es, Schüler an die Kartierung in OSM heranzuführen, da OSM direkt mit Hilfsorganisationen zusammenarbeitet, auch mit dem Internationalen Roten Kreuz in Genf“, erläutert Uwe Engstler, der Geografielehrer der Schule. Engstler weiter: „Wenn sich jemand mit Kartieren in OSM auskennt, dann kann er sich an konkreten Aktionen zu Hause am eigenen PC beteiligen und Hilfe für Menschen in Not in aller Welt leisten. Unsere Schüler haben beispielsweise gemeinsam mit den Schülern aus Irland, Spanien, Portugal und Rumänien in den Ländern Lesotho und Mosambik direkt an der Karte gearbeitet.“

Laura Endres war besonders von der App MapSwipe begeistert: „Das ist fast wie ein Spiel, man sucht auf Satellitenbildern Häuser und Straßen und markiert die Kacheln. Die App belohnt einen auch mit Punkten und motiviert dadurch zum weiter machen.“  Linus meint: „Dass man auf eine so einfache Art und Weise helfen kann, das hat mich überrascht.“

Die nächste Station des Projektes ist im Juni Angra do Heroísmo auf der Insel Terceira, die zu den Azoren gehört.  Die Inselgruppe der Azoren liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, genau wie Island. Erdbeben sind ebenso wie in Island eine Gefahr auf dieser Inselgruppe. Da das Projekt die Schüler auch für Hilfe bei Katastrophen ausbilden will, sind Partner von den Azoren sehr wichtig, da dort ein entsprechendes Bewusstsein herrscht. Die Partnerschule aus Angra hat bereits einen Termin beim dortigen Katastrophenschutz eingeplant.

Vor Ort werden die Schüler sehen, wie der Katastrophenschutz OSM bereits nutzt. Danach werden die Schüler fehlende Straßennamen, Hydranten und Sammelplätze, die im Katastrophenfall aufgesucht werden sollen, in OSM erfassen, sofern sie auf der Karte noch fehlen.

„Ganz sicher werden die  Schüler und auch die Lehrer ganz spezielle Geschichten mitbringen, die weit über die neu gewonnenen geografischen und informationstechnischen Fachkenntnisse hinausgehen“, sagt Jürgen Scholz, der Leiter der Berufsbildenden Schule Saarburg. „Durch die Zusammenarbeit junger Menschen aus ganz Europa lernen sich die Jugendlichen besser kennen und beteiligen sich außerdem direkt und aktiv am weiteren Zusammenwachsen Europas.“

Mehr von Volksfreund