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Demokratie: Schüler wählen zur Probe

Demokratie : Schüler wählen zur Probe

Ohne Mindestalter können an der IGS Hermeskeil junge Menschen testweise zur Europawahl abstimmen. Auch in Konz und Saarburg wird an diesem Tag gewählt.

Ein Elfjähriger, der wie selbstverständlich einen Wahlzettel in die Urne wirft? Das gibt es eigentlich nur bei der Wahl zum Klassensprecher. Eigentlich. Denn am Freitag, 17. Mai, wollen das Jugendbüro, das Jugendzentrum und die Integrierte Gesamtschule Hermeskeil das ändern – zumindest probeweise. Aus diesem Grund bieten die Hermeskeiler ein Wahllokal zur U18-Wahl in der Integrierten Gesamtschule (IGS) an. „Unser Ziel ist es“, sagt Jugendpfleger und Mitorganisator Dominic Krämer, „dass sich junge Menschen mit den Themen Demokratie, Politik und Wahlen auseinandersetzen und sie dafür sensibilisiert werden.“

Um das zu erreichen, öffnet das Wahlbüro in der IGS am Freitag um 9.30 Uhr. Dann darf jeder mitwählen, der unter 18 Jahre alt ist. Eine Grenze nach unten gibt es nicht. Bundesweit wird die Aktion vom Deutschen Bundesjugendring getragen. Der erste Wahldurchgang endet um 11.30 Uhr, dann ist erst einmal Mittagspause. Um 14 Uhr öffnet das Wahllokal wieder, bis zum Ende der Veranstaltung um 17.30 Uhr. Nicht nur in Hermeskeil wird gewählt. Auch in Saarburg (Jugendzentrum) und in Konz (Gymnasium und Haus der Jugend) werden an diesem Tag Wahllokale eingerichtet.

Feierabend haben dann aber nur die kleinen Wähler, denn für Dominic Krämer und seine Organisations-Partner Mareike Wagner (Schulsozialarbeit der IGS) und Martin Strube (Jugendzentrum) beginnt dann – wie bei der „großen“ Wahl neun Tage später – das Auszählen der Stimmen. „Es ist auch wichtig, dass es ein Ergebnis gibt“, sagt Krämer.

Dieses sei bei den vergangenen U18-Wahlen meist sehr unterschiedlich zu den „richtigen“ Wahlen ausgefallen. Die Ergebnisse der Wahl sollen ab spätestens 21 Uhr im Internet (www.U18.org) einsehbar sein. Dennoch hält sich der Aufwand auch für die Organisatoren in Grenzen, wie Krämer sagt: „Die Aktion ist niedrigschwellig und ohne großen bürokratischen Aufwand zu organisieren.“

Und auch Schüler der IGS tragen ihren Teil zum Gelingen der Wahl bei, erklärt Mareike Wagner: „Der Leistungskurs Sozialkunde hat im Rahmen des Unterrichtes verschiedene Infotafeln zu den einzelnen Parteiprogrammen erstellt.“ Diese beinhalten Informationen, die den jungen Wählern als Orientierung dienen sollen, damit diese „nach bestem Wissen und Gewissen wählen können“. Wagner findet es außerdem wichtig, dass die Organisationen bei diesem Projekt zusammenarbeiten: „Die erstmalig in Hermeskeil stattfindende U-18 Wahl gewinnt durch die Kooperation zwischen Schule, Schulsozialarbeit, Jugendbüro der Verbandsgemeinde und Jugendzentrum der Stadt an Signifikanz.“

 Eine Wahlurne wie diese wird am Freitag, 17. Mai, bei der U18-Wahl in der IGS Hermeskeil bereitstehen.
Eine Wahlurne wie diese wird am Freitag, 17. Mai, bei der U18-Wahl in der IGS Hermeskeil bereitstehen. Foto: Hannibal Hanschke

Ein letzter, für Dominic Krämer wichtiger, Aspekt ist außerdem der Kontakt zwischen den Wählern: „Aus der Auseinandersetzung der jungen Menschen mit diesem Thema resultiert, dass Meinungsbildung und Austausch entsteht.“ Das sei elementar wichtig für die Demokratie. Wichtig für die Demokratie werden in Zukunft auch diejenigen sein, die in diesem Jahr bei der U18-Wahl ihre Stimme abgeben. Denn irgendwann zählen ihre Stimmen auch wirklich.