Schüsse in der Hermeskeiler Spieloase

Schüsse in der Hermeskeiler Spieloase

Großer Schreck zu später Stunde: Ein mit einer Sturmhaube maskierter Mann hat am Donnerstag gegen 23.35 Uhr die Spieloase in der Hermeskeiler Fußgängerzone überfallen. Der bewaffnete Täter feuerte in der Spielhalle mehrmals mit einer Schreckschusspistole in die Luft. Eine 47-jährige Angestellte erlitt deshalb einen schweren Schock. Der Täter entkam mit Bargeld und Zigaretten.

Hermeskeil. Diese bangen Minuten werden die zu diesem Zeitpunkt anwesenden Besucher der Spieloase in Hermeskeil und vor allem eine 47 Jahre alte Angestellte so schnell nicht vergessen. Knapp eine halbe Stunde vor Schließung der Spielhalle in der Fußgängerzone kommt am späten Donnerstagabend gegen 23.35 Uhr ein maskierter Mann durch die Eingangstür. Er hat eine Sturmhaube über den Kopf gezogen. In der Hand hält er eine Schreckschusspistole - also die Nachbildung einer echten Waffe. Damit bedroht er nach Angaben der Kripo Trier die Angestellte und einen Gast. Er fordert von ihnen Bargeld und verbindet das mit einer "besonders aggressiven Vorgehensweise", wie Polizeisprecherin Monika Peters betont. Denn der Unbekannte schießt mit seiner Schreckschusswaffe mehrere Male in die Luft, um die Herausgabe des Geldes in der Kasse zu erzwingen. Er erbeutet mehrere Zigarettenpäckchen und einen dreistelligen Bargeldbetrag, das er in einer Tüte verstaut. Danach nutzt er den Hinterausgang der Spieloase in Richtung "Alte Poststraße", um zu Fuß zu flüchten. Der Schrecken sitzt bei der Angestellten besonders tief. Die 47-Jährige erleidet bei dem Überfall einen Schock. Sie muss deshalb zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Zeugen liefern der Kripo folgende Täterbeschreibung: Demnach ist der Mann etwa 1,85 bis 1,90 Meter groß und von schlanker Statur. Beim Überfall hat er ein dunkles Kapuzenshirt und schwarze Stoffhandschuhe sowie eine Sturmhaube getragen. Angaben zum Alter des Täters werden von der Kripo nicht gemacht. Personal und Geschäftsführung der Spieloase wollen sich gegenüber unserer Zeitung nicht zu den Geschehnissen am Donnerstagabend äußern.
Erst in der vorigen Woche hat es in der Region zwei Überfälle auf Spielhallen gegeben. Am 10. April erbeutete ein maskierter Mann in Schweich 2500 Euro. Am 11. April stürmten zwei vermummte Männer in eine Spielothek in Jünkerath (Kreis Vulkaneifel). Sie flüchteten ohne Beute, verletzten einen Angestellten aber leicht am Unterarm. Die Polizei fahndet zudem nach einem dritten Tatverdächtigen, der am videoüberwachten Eingang die Rolle des "Türoffners" übernommen haben soll (der TV berichtete). "Wir überprüfen natürlich, ob es irgendwelche Zusammenhänge zum aktuellen Fall in Hermeskeil gibt", sagt Polizeisprecherin Peters. Zumindest mit Blick auf das Verbrechen in Jünkerath sei das aber "zweifelhaft", da dort mehrere Täter am Werk waren, die zudem auch anders vorgegangen sind. Generell seien Spielhallen häufig "ein potenzielles Ziel für finanziell klamme Täter."
Auch in Hermeskeil ist es nichts Neues, dass Kriminelle in Spielhallen auf Beutezug gehen. Die Spieloase wurde schon einmal überfallen. Im August 2010 erbeuteten dort zwei bewaffnete Männer Bargeld. Vor fast genau einem Jahr drang ein maskierter Mann mit gezückter Pistole in die Spielhalle in der Züscher Straße ein und flüchtete ebenfalls mit Bargeld.
Zeugenhinweise zum aktuellen Fall erbittet die Kripo Trier unter Telefon 0651/9779-2290 oder 0651/9779-2252.