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Schulden zehren Eigenkapital der Gemeinde auf

 Albin Lange pflegt auch künftig ehrenamtlich die Grünanlagen in Geisfeld. TV-Foto: Ursula Schmieder
Albin Lange pflegt auch künftig ehrenamtlich die Grünanlagen in Geisfeld. TV-Foto: Ursula Schmieder
Geisfeld. Der Ortsgemeinderat Geisfeld hat sich mit der Eröffnungsbilanz der Gemeinde befasst. In der Sitzung wurde außerdem die Erhöhung der Hebesätze für die Grundsteuer B beschlossen.

Geisfeld. Als erste Kommune der Verbandsgemeinde hat Geisfeld einstimmig die Eröffnungsbilanz abgesegnet. Das aufwendig ermittelte Zahlenwerk ist der Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) geschuldet. Im Februar 2006 hatte der Landtag dem Gesetzentwurf der Landesregierung zugestimmt, diese einzuführen. Alle Kommunen müssen seit 1. Januar 2009 ihre Vermögenswerte - wie Gebäude, Grundstücke, Straßen, Plätze, Fahrzeuge, Ersatzteile, Mobiliar, Computer oder Besteck - erfassen. Stefan Gorges von der Finanzabteilung stellte die Bilanz mit einer Summe von 8 189 160 Euro vor. Das Eigenkapital, Vermögen abzüglich der Schulden, beträgt 5 808 872 Euro. Laut Gorges steht der Ort relativ gut da. Er verfüge zwar über geringe liquide Mittel, aber über eine "solide" Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) von 70,93 Prozent. Bliebe es aber bei Defiziten wie den 200 000 Euro in 2010, würden diese das Eigenkapital voraussichtlich in 26 Jahren abschmelzen. Die Aussicht, dann "pleite" zu sein, wie ein Ratsmitglied formulierte, sorgte für Unmut.
Einmütig sprach sich der Rat erneut für Albin Lange als ehrenamtlichen Anlagenwart aus. Ortsbürgermeister Theo Palm wird mit ihm einen Aufgabenkatalog ausarbeiten.
Mit einer Gegenstimme votierte der Rat für höhere Steuerhebesätze. Für landwirtschaftliche Flächen (Grundsteuer A) sowie für bebaute Grundstücke (Grundsteuer B) steigen sie ab 2011 von 320 auf 350 Prozent und ab 2013 auf je 400 Prozent. Ansonsten riskiere Geisfeld, keine Zuschüsse mehr zu erhalten, bedauerte Palm.
Erfreulicher ist, dass die seit zwei Jahren geplante Grillhüttensanierung anläuft. Dachdecker und Installateur sind für rund 17 000 Euro beauftragt. Das Abdecken der Asbest-Dachplatten läuft in Eigenleistung. Der Dachdecker stellt dafür Schutzkleidung zur Verfügung. 22 000 Euro hat Geisfeld angespart - plus 2000 Euro aus dem Projekt RWE - Aktiv vor Ort. Palm hofft, dass die Sanierung im Spätsommer fertig ist. Das Engagement junger Leute, die den Jugendraum renovierten, belohnt der Rat mit einem neuen Bodenbelag.
Mehrheitlich beschlossen ist zudem der Kauf eines arbeitserleichternden Rasenmulchers für 6000 Euro. urs