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Kommunalpolitik : Neue Schulden für eine bessere Zukunft

Ayl will mit dem aktuellen Doppelhaushalt die Neugestaltung des Ortskerns finanzieren. Im nächsten Jahr ist die Planung eines Baugebietes avisiert.

Für ihre Investitionen braucht die Ortsgemeinde Ayl 208 500 Euro. Damit steigt der Schuldenstand von 625 351 Euro auf 811 451 Euro oder von 401 auf 520 Euro pro Einwohner. „Investitionen schaffen auch Werte“, nimmt der Kämmerer der Verbandsgemeinde Saarburg, Hans-Jürgen Becker, dem Ortsgemeinderat den Schrecken vor diesen Zahlen.

Im neuen Doppelhaushalt des Weinbauortes werden die großen Pläne zur Neugestaltung des Ortskerns und einem späteren Neubaugebiet zu Zahlen. „Der Haushalt ist zwar nicht ausgeglichen, aber wir brauchen ja auch Handlungsspielraum“, erklärt Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger die Aufnahme von neuen Schulden.

So stehen für die Entwicklung des Ortskerns (der TV berichtete mehrfach) in zwei Abschnitten die Beträge von 245 000 und 300 000 Euro zur Verfügung. Der Abriss der drei Altgebäude mit Nebengebäuden soll allein 125 000 Euro kosten. Der Bau eines Mehrzweckraumes mit Toilettenanlage (Begegnungsstätte) steht mit 120 000 Euro im neuen Zahlenwerk.

Die Landesförderung zum Bau der Begegnungsstätte erleichtert mit 60 Prozent oder 72 000 Euro diese Entscheidung. Die Landesförderung der Abrisskosten von 59 500 Euro wurde 2017 bewilligt.

Die Summe wurde umgebucht mit dem bereits in den Vorjahren  für das Gebäude Kirchstraße/ Trierer Straße ausgezahlten Betrag von 48 000 Euro. Der Rest wird mit 11 500 Euro veranschlagt.

Entspannung in den Haushalt soll auch der Weiterverkauf von Grund an Investoren im Wert von 200 000 Euro bringen.

Wichtig für die Infrastruktur ist der Spielplatz am Sportplatz für 60 000 Euro, der nicht nur für Kinder geeignet sein soll. Dafür wird ein Landeszuschuss von 60 Prozent erwartet.

38 000 Euro kosten die geplanten barrierefreien Zugänge zur Kirche und dem Friedhof. Für die Gestaltung des Brunnens in der Kirchstraße sind 10 000 Euro vorgesehen. Rechnet man diese und weitere, kleinere Beträge zusammen, dann werden noch in diesem Jahr 736 000 Euro investiert.

Der dickste Brocken im nächsten Jahr ist die Planung für ein neues Baugebiet, die allein schon 50 000 Euro kostet. Den Grunderwerb schätzt die Ortsgemeinde mit 400 000 Euro ein, obwohl noch nicht feststeht, wohin das Baugebiet eigentlich kommen soll. Der 153 Seiten starke Haushalt wurde einstimmig bei zwei Enthaltungen beschlossen.

Tiefer in die Dorfmoderation einsteigen will Ayl zusammen mit dem Dorfberater der Verbandsgemeinde, Matthias Faß. Wie die Serriger auch (der TV berichtete) wollen die Ayler die Dorfmoderation und den Aufbau der aktiven Dorfgemeinschaft kombinieren. „Wir müssen uns den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen und sie als Chance begreifen“, sagt dazu Bürgermeister Jürgen Dixius. Neben der eigentlichen Dorfmoderation mit Christiane Hicking, die mehr den baulichen Aspekt mit den Bürgern diskutiert, will sich Faß mehr um die einzelnen Arbeitsgruppen und verstärkt um soziale Aspekte kümmern.

Kastel-Staadt und Trassem sind bereits Modellgemeinden für den Aufbau der aktiven Dorfgemeinschaften. Der Ayler Rat hat jetzt beschlossen, auch diese Dienste in Anspruch zu nehmen und will sich das bis zu 500 Euro im Monat kosten lassen. Am Donnerstag, 15. Februar, findet die nächste Dorfmoderation statt.