Schuldenfrei mit Rücklage

MERTESDORF. (dis) Erstmals in der Geschichte des Ortes wurde zur Aufstellung eines Haushaltsplans eine "Sparkommission" ins Leben gerufen. Sie konnte die ursprüngliche Unterdeckung im Verwaltungshaushalt um rund 30 000 auf 23 100 Euro verringern.

Die Verbesserung beruht auf mehreren Veränderungen. So wurde der Überschuss des Verwaltungshaushaltes 2004 von 10 620 Euro zur Entlastung des Haushaltes 2005 eingesetzt und erstmals seit 40 Jahren der Hebesatz der Grundsteuer B von 300 auf 320 angehoben. Ebenso wird der Gewerbesteuerhebesatz auf 340 erhöht, die Hundesteuersätze dem Niveau der Nachbargemeinden angenähert, die Zuschüsse an Vereine um zehn Prozent reduziert, und im Bereich der Lohnkosten werden Einsparungen durch einvernehmliche Reduzierung bei der Bezahlung von Überstunden erreicht. Die gesetzlichen Möglichkeiten durch Ein-Euro-Jobs sollen künftig genutzt werden. Ortsbürgermeister Erich Griebeler führte zu dem von Franz Becker (VG-Verwaltung Ruwer) vorgestellten Haushaltsplan aus, dass der Vermögenshaushalt ausgeglichen schließt. Die Finanzierung der Investitionen ist ohne Inanspruchnahme von Kommunalkrediten möglich. Griebeler: "Die Ortsgemeinde ist nach wie vor schuldendfrei und verfügt über eine Rücklage zur Finanzierung des Straßenendausbaues im Baugebiet Johannisberg." Einen Schwerpunkt der Mertesdorfer Kommunalpolitik stellt die Förderung der Kinder und Jugendlichen dar. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die nach wie vor recht großzügige Förderung des örtlichen Vereinslebens. Bei der Erläuterung der Investitionen des Vermögenshaushaltes ging der Ortsbürgermeister besonders auf die anstehende Neugestaltung des Dorfplatzes ein. Zum Haushalt nahmen die Ratsmitglieder Carl von Schubert (CDU) und Andreas Stüttgen (SPD) Stellung. Von Schubert: "Im Vorfeld der Planberatungen hat es erhebliche Anstrengungen gegeben, um den Vorschlägen der Fraktionen und den Sparzwängen gerecht zu werden." Positiv empfand er das Verständnis der Vereinsvorsitzenden für die Kürzung der kommunalen Zuschüsse. Stüttgen sprach sich gegen die geplanten Steuererhöhungen und gegen die Kürzungen der Vereinszuschüsse aus. Das seien falsche Signale an Bürgerschaft und Vereine. Bei fünf Nein-Stimmen und einer Stimmenthaltung wurde der Haushaltsplan und die Haushaltssatzung mit zehn Ja-Stimmen beschlossen.