Schule schließt wegen Sicherheitsmängeln

Schule schließt wegen Sicherheitsmängeln

Die Grundschule Waldweiler kann wegen "erheblicher Sicherheitsmängel" am Gebäude vorerst nicht mehr für den Unterricht genutzt werden. Das hat die Schulaufsichtsbehörde angeordnet. Die insgesamt 41 Erst- und Zweitklässler müssen ab 1. Februar vorübergehend in der Schule in Schillingen untergebracht werden.

Waldweiler. 98 Jahre hat das Grundschulgebäude in Waldweiler bereits auf dem Buckel und vor allem sein Dach ist marode. Das hat dazu geführt, dass unlängst bei einem Sturm einzelne Schieferplatten herunterfielen. Den Kindern, die die Schule besuchen, ist dabei nichts passiert. Seitdem ist ein Teil des Pausenhofs durch einen Bauzaun abgesperrt. Wegen dieser Vorkommnisse hat die Schulaufsicht - die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier - am Mittwoch Konsequenzen bekanntgegeben.

Vorangegangen war ein Vororttermin mit Vertretern der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See, die als Schulträger für die Unterhaltung des Gebäudes zuständig ist, sowie der Ortsgemeinde, der Schulleitung und des Elternbeirats.

Man sei dabei zu der "gemeinsamen Einschätzung gekommen, dass die Grundschule in Waldweiler aufgrund von erheblichen Sicherheitsmängeln derzeit nicht weiter für den Schulbetrieb genutzt werden kann", so die Auskunft der ADD.

Während die Dritt- und Viertklässler weiter am Standort Mandern unterrichtet werden, müssen die insgesamt 41 Erst- und Zweitklässler aus Waldweiler ins fünf Kilometer entfernte Schillingen ausweichen. Dort gibt es in der Grundschule noch zwei freie Klassenräume. "Die organisatorischen Abläufe für den Umzug und die Frage des Schülertransports wird in den nächsten Tagen geregelt", kündigt VG-Bürgermeister Werner Angsten an. Er betont, dass das Schieferdach in der Vergangenheit regelmäßig von Dachdeckern überprüft worden sei. "Irgendwann ist aber ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weitergeht und wir die gesamte Dachlandschaft erneuern müssten."

Rückkehr der Schulkinder ist fraglich



Ob die VG diese auf 250 000 Euro taxierte Investition überhaupt tätigen wird und es eine Rückkehr der Erst- und Zweitklässler nach Waldweiler gibt, ist allerdings offen. In der nächsten Woche müsse diese Frage in den VG-Gremien beraten und entschieden werden, sagt Angsten.

Zu berücksichtigen sei dabei, dass die Schülerzahlen weiter zurückgehen und im Jahr 2011 in Waldweiler nur noch eine Kombi-Klasse aus Erst- und Zweitklässlern gebildet werden kann. Das bestätigt ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol. Wie es mit der Schule in Waldweiler in Zukunft weitergehe, sei zwar Sache des Schulträgers VG. "Pädagogisch und organisatorisch ist es aber schon schwierig, wenn an einem Schulstandort nur noch eine Klasse mit einem Lehrer da ist", so Dziendziol.

Insofern steht laut Angsten auch zur Debatte, die bislang dislozierte - also auf zwei Standorte verteilte - Grundschule nur noch in Mandern weiterzuführen. "Das wäre mit finanziell relativ geringen Mitteln machbar", sagt Angsten.

Waldweilers Ortsbürgermeister Manfred Rauber (SPD) wäre mit dieser Lösung aber absolut nicht einverstanden. Er sieht die VG in der Pflicht und fordert sie dazu auf, die Dachsanierung in Angriff zu nehmen. "Ansonsten sehe ich nämlich wirklich die Gefahr, dass für die Grundschule Waldweiler das letzte Stündlein schon geschlagen hat". Für das Dorf wäre das nach der Schließung des Lebensmittelgeschäfts und der Volksbank-Filiale der nächste schlimme Schlag. "Wir hätten mitten im Ort eine Ruine stehen", sagt Rauber. Er weist zudem darauf hin, dass an einer Dachreparatur auch unabhängig von etwaigen Änderungen in der VG-Schullandschaft kein Weg vorbeiführt. Denn: Das Schulgebäude steht direkt an einer Kreis- und einer Gemeindestraße. "Auch für die Bevölkerung geht also eine Gefahr durch herunterfallende Dachziegel aus", so Rauber.

Meinung

Pflichtaufgabe nicht erfüllt

Es ist zwar richtig, dass in der Verbandsgemeinde Kell kurz über lang sowieso die Diskussion um den Fortbestand der Klein-Grundschulen wie der in Mandern/Waldweiler ausgebrochen wäre, weil einfach nicht mehr genug Kinder da sind. Dass dem Standort Waldweiler nun aber bereits frühzeitig das endgültige Aus droht, weil es Sicherheitsmängel am Gebäude gibt, wirft kein gutes Licht auf die Verbandsgemeinde, die als Schulträger eine ihrer Pflichtaufgaben nicht ausreichend erfüllt haben kann. Die VG hat zugegebenermaßen in den zurückliegenden Jahren viele Millionen Euro in andere Schulgebäude gesteckt. Doch in Waldweiler wurde offenbar nicht mehr gemacht als unbedingt notwendig und damit eine Situation heraufbeschworen, in der man nur von Glück sprechen kann, dass keine Kinder zu Schaden gekommen sind. a.munsteiner@volksfreund.de

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