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Schutz vor Rasern? Kommission untersucht Verkehr an B 407 in Irsch nach Unfall

Schutz vor Rasern? Kommission untersucht Verkehr an B 407 in Irsch nach Unfall

Jürgen Haag, Ortsbürgermeister von Irsch, hat nach dem Unfall auf der B 407 am Montagabend, bei dem ein 87-Jähriger starb, den Landesbetrieb Mobilität (LBM) kritisiert. Die Straßenbaubehörde weist die Kritik zurück. Die Unfallkommission des Kreises will sich mit dem Thema aber nochmal beschäftigen.

Irsch/Trier. Die B 407 schneidet Irsch auf einer Länge von circa anderthalb Kilometern in zwei Teile, sie ist eng und kurvig. Fußgänger müssen aufpassen, wenn sie die Straße überqueren wollen. Auf der ganzen Strecke gibt es weder Ampeln noch Zebrastreifen.
Dieses Defizit hat Ortsbürgermeister Jürgen Haag nach dem Unfall am Montagabend, bei dem ein 87-Jähriger bei einem Unfall so schwer verletzt wurde, dass er später in einem Trierer Krankenhaus starb, kritisiert.
Er fürchtet, dass sich Ältere und Kinder bald nicht mehr trauen, von einer Straßenseite auf die andere - gerade, wenn es dunkel ist - zu wechseln (der TV berichtete). Haag sieht den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier in der Pflicht, die B 407 auch für Fußgänger sicherer zu machen, beispielsweise indem man zumindest die Straße optisch verengt. Hans-Michael Bartnick, Pressesprecher des LBM, weist Haags Kritik zurück. Ein Unfall könne viele Ursachen haben, und gerade nach einem Unfall mit tödlichem Ausgang solle man vorsichtig mit Schuldzuweisungen sein.
Den letzten Austausch zwischen Gemeinde und der Straßenbaubehörde über Möglichkeiten, wie Unfallrisiken vermindert werden könnten, hat es laut Bartnick vor acht Jahren gegeben. Damals sei man nach einer Verkehrsanalyse in der Ortslage zu dem Ergebnis kommen, "dass kein Handlungsbedarf gegeben" sei.
"Bei der Bundesverkehrszählung vor vier Jahren auf der freien Strecke zwischen Irsch und Vierherrenborn wurden etwa 2200 Fahrzeuge in 24 Stunden gezählt. Verglichen mit anderen Bundesstraßen im Land ist die B 407 in diesem Bereich eher unterbelastet", sagt Bartnick. Die höhere Verkehrsfrequenz in der Ortslage sei vor allem auf innerörtlichen Verkehr zurückzuführen.
Klaus Wagner, Fachgruppenleiter des LBM und Vorsitzender der Unfallkommission im Kreis Trier-Saarburg, räumt ein, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen für die Ortslage Irsch seit 2006 nicht mehr untersucht wurden. "Die Bürgersteige sind an 15 bis 20 Stellen in der Ortslage in ihrer Breite eingeschränkt. Hier wären Maßnahmen zur Verbreiterung der Gehwege zulasten der Fahrbahnbreite denkbar", sagt Wagner.
Wenn hier etwas geändert würde, könnten aber gegebenenfalls neue Gefahrenpunkte entstehen, etwa weil Autofahrer über den Trottoir fahren. "Zur Behebung dieser Gefahrenpunkte muss der Straßenverlauf gravierend verändert werden. Zum Teil müssten auch Häuser abgerissen werden", sagt Wagner.
Ob der Unfall vom Montagabend zu einer anderen Bewertung des Gefahrpotenzials für Fußgänger an der B 407 in Irsch führt, will die Unfallkommission des Kreises laut Wagner auf ihrer nächsten Sitzung diskutieren.