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Schwache Finanzen, starke Zusammenarbeit

Schwache Finanzen, starke Zusammenarbeit

Im 18. Jahr in Folge wird die Stadt Saarburg einen unausgeglichenen Haushalt vorlegen. 3,3 Millionen Euro beträgt der Fehlbedarf des vorläufigen Haushaltsentwurfs 2008. Gleichwohl stimmten die im Stadtrat vertretenen Fraktionen von CDU und SPD sowie die FWG dem Entwurf geschlossen zu.

Saarburg. Ein Mammutprojekt ist der Haushaltsentwurf der Stadt, den die bei der Verbandsgemeindeverwaltung angesiedelte Kämmerei zusammenstellt, in jedem Jahr. 272 Seiten nüchternes Zahlenwerk, das jede einzelne Ausgabe sowie im Investitionsprogramm die geplanten aufschlüsselt und schwarz auf weiß dokumentiert. Dabei ist das Ergebnis all dieser nüchternen Posten mehr als ernüchternd. Auch 2008 wird es die Stadt Saarburg nicht schaffen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Bei Einnahmen von rund 6,1 Millionen Euro und Ausgaben von 9,4 Millionen Euro ergibt sich im Verwaltungshaushalt ein Fehlbedarf von 3,3 Millionen Euro. Gleichwohl verstecken sich hinter diesem neuen Fehlbedarf die "mitgeschleppten" Altfehlbeträge der Vorjahre. Der "pure" Fehlbetrag aus dem Haushaltsjahr 2008 beträgt 788 860 Euro - im Vorjahr waren es 770 040 Euro. Im Ergebnis übersteigen die geplanten neuen Ausgaben - ohne Fehlbetragsabwicklung - die nach der Haushaltsplanung erwarteten Einnahmen um 13 Prozent. Im Vermögenshaushalt sind Einnahmen und Ausgaben auf rund 4,1 Millionen festgesetzt. Der Gesamtbetrag der Kredite beläuft sich auf 1 290 000 Euro. Allerdings wird die Stadt für 2008 keine neuen Kredite aufnehmen.Zustimmung trotz "dicken Brockens"

Der Schuldenstand wird nach der Planung zum Ende des Haushaltsjahres bei 7 658 200 Euro liegen. Damit steht jeder Einwohner in Saarburg mit 1179 Euro "in der Kreide". "Dickste Brocken" im Vermögenshaushalt 2008 sind der geplante Ausbau des Sportzentrums Kammerforst - 1 225 000 Euro sind hierfür eingestellt. Das Mehrgenerationenhaus, das in der Glockengießerei eine feste Adresse erhalten soll und am 1. April unter derzeit eingeschränkten Voraussetzungen startet, schlägt 2008 mit 765 000 Euro zu Buche. Bis 2010 sind - für Erwerb des Gebäudes, geplanten Anbau und Umsetzung des Konzeptes - insgesamt zwei Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Einstimmig hat der Rat dieser Investition, die in der Haushaltssitzung eigener Tagesordnungspunkt war, zugestimmt. Im Verwaltungshaushalt machen vor allem die hohen Kreis- und VG-Umlagen der Stadt zu schaffen: 2 760 000 Euro fallen für diese Posten an. Eine Besserung der Finanzlage sei "dank" weggefallener Bedarfszuweisungen, hoher Umlagen, niedrigen Steueraufkommens und erheblichen Steigerungen bei Energie- und Materialkosten auch mittelfristig nicht in Sicht, meinte Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. "Für freiwillige Ausgaben bleibt also kaum noch ein Spielraum. Die Erwartungen und Wünsche der Bevölkerung sind den haushaltsmäßigen Möglichkeiten jedoch noch nicht angepasst." Bürgermeister Leo Lauer lobte vor allem "die gute Zusammenarbeit im Rat und den einmütigen Beschluss zur Glockengießerei" und bezeichnete es als "richtigen Weg", den Haushalt "ohne große Neuverschuldung" aufzustellen.