Schwerkranke Frau sucht ihr Wohnmobil

Schwerkranke Frau sucht ihr Wohnmobil

Verzweifelt sucht eine schwerkranke Frau aus Norddeutschland ihr Wohnmobil, mit dem ihr ehemaliger Lebensgefährte "durchgebrannt" sein soll. Zurzeit soll der Mann im Raum Trier-Mittelmosel-Sauer unterwegs sein.

Twistringen/Trier. Mit einem nicht alltäglichen Anliegen ist Heiko Reissnecker aus Twistringen (Kreis Diepholz/Niedersachsen) an den Trierischen Volksfreund herangetreten. Reissnecker sucht das Wohnmobil seiner schwerkranken Schwiegermutter, die dringend auf den Verkauf des Fahrzeugs angewiesen sei. Den Sachverhalt schildert der Schwiegersohn wie folgt: Die Halterin des Wohnmobils ist schwer krebskrank. Das Fahrzeug mit einem Zeitwert von etwa 20 000 Euro bildet praktisch ihr gesamtes Restvermögen. Ohne ihr Einverständnis sei ihr ehemaliger Lebensgefährte (59) mit dem Wagen verschwunden, was den Tatbestand einer Kraftfahrzeugunterschlagung erfülle.
Auf Anfrage bestätigt der Sprecher des Trierer Polizeipräsidiums, Hans-Peter Jochem, dass die Frau bei der Polizei in Twistringen Anzeige erstattet hat und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet ist. Recherchen der Polizei zufolge habe der Mann im Raum Trier/Klüsserath/Bernkastel-Kues Geld abgehoben. Auch ein Brief von ihm deute auf diese Region hin. Er könnte sich auch an der Sauer aufhalten.
Nähere Angaben zur Person des Mannes dürfen Reissnecker oder die Polizei nicht machen, da es sich bei seiner Tat nur um ein Vergehen, aber nicht um ein Verbrechen handelt.
Der Mann verfügt laut Reissnecker nur über eine kleine Rente, sein Bewegungsradius sei daher eingeschränkt. Er werde deshalb auch keine "teuren" Wohnmobilplätze aufsuchen, sondern irgendwo in der Gegend bei Bauern, in Industriegebieten oder an Waldrändern mit dem Fahrzeug Unterschlupf suchen. f.k.

Bei dem Wohnmobil handelt es sich um einen Fiat 230 mit dem amtlichen Kennzeichen des Kreises Diepholz: DH-JA 19. Hinweise nimmt jede örtliche Polizeidienststelle entgegen.
Unterschlagung: Im Gegensatz zu Raub oder Diebstahl muss der Täter die Sache nicht unmittelbar aus dem Machtbereich des Eigentümers wegnehmen. Es reicht, wenn er sich als Eigentümer der Sache ausgibt und er sie entsprechend nutzt. Unterschlagung ist ein Vergehen - nach dem Strafrecht eine minderschwere Straftat, bei der Geldstrafe oder eine kleine Freiheitsstrafe drohen.