Schwieriges Gelände, schöne Aussicht
Nittel · Im Wiesengraben wird bereits fleißig gebaut. Vor zwei Jahren hat sich jedoch ein potenzieller Bauherr in die Aussicht am Ende des Haselgartens in Nittel verliebt. Die Zustimmung der Ortsgemeinde, Baurecht zu schaffen, reicht jedoch nicht. Zahlreiche Behörden müssen dazu noch Ja sagen.
Nittel. Manche Bauvorhaben dauern eben etwas länger. Der Haselgarten in Nittel soll um bis zu drei Baustellen verlängert werden. Dazu hat jetzt der Ortsgemeinderat seine Zustimmung gegeben. Die Einbeziehungssatzung, wie das im Amtsdeutsch heißt, erlaubt einem Bauherrn aber nicht automatisch, hier seinen Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.
Keine Kosten für die Gemeinde
"Dazu müssen noch zahlreiche Behörden gehört werden", informiert Ortsbürgermeister Hans- Josef Wietor seinen Rat. Gut bei Kasse sollte man als Bauherr an dieser Stelle auch sein, denn, so der Ortschef: "Kanal-, Wasser, Strom- und Internetanschluss legen zu lassen, gehen zu Lasten des Bauherrn." Außerdem gebe es in dieser Hanglage Lehmboden. Der Ortsgemeinde Nittel entstehen keinerlei Kosten.
Inzwischen haben etliche Bauherren im Wiesengraben mit seinen rund 100 Bauflächen schon mächtig losgelegt. Die zwangsläufige Folge ist ein verstärkter Lastwagenverkehr. Der störe die Ruhe im Dorf, wie Andrea Sonntag von den Unabhängigen Bürgern Nittel (UBN) ausführlich darlegt.
Da kann Ortschef Wietor beruhigen: "Die Umleitungsschilder sind gerade eingetroffen. Wir können den Lastwagenverkehr jetzt gezielt ins Baugebiet lenken." Fragen der Bürger seien an sie herangetragen worden, sagt Sonntag. Ob die Straße am Wiesengraben nicht zu schmal sei, damit zwei Autos aneinander vorbeikommen. "Die Anlieger haben für eine Verkehrsberuhigung plädiert. Breite Straßen verführen zum Rasen", kontert Wietor. Fragen zu Grundstücken im Neubaugebiet durfte der Ortschef nicht beantworten, denn sie gehören prinzipiell in den nichtöffentlichen Teil einer Ratssitzung.
"Warum wurden, bis auf zwei, alle Bäume am auf der ehemaligen Minigolfanlage gefällt?", wollte Sonntag weiter wissen. "Revierförster Peter Strupp hat uns die Fällung empfohlen, damit keine Gefahr von diesen Bäumen ausgeht", erklärt dazu der Ortschef. Niemand könne vorhersagen, wann die Bäume umgestürzt wären.Extra
Mehr Licht wird künftig den Benutzern des Nitteler Bürgerhauses zur Verfügung stehen. Der Ortsgemeinderat hat bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die alte Beleuchtung durch Leuchtdioden, sogenannte LEDs, zu ersetzen. Die mehr als 70 Leuchtkörper kosten Nittel 5600 Euro. Sie können gedimmt werden und halten nach Angaben des Herstellers Osram bis zu 20 000 Betriebsstunden. "Dann müssen beim Blutspenden nicht zusätzliche Leuchten aufgestellt werden, damit die Venen richtig gefunden werden", lautet ein Grund, der Ortschef Hans-Josef Wietor sorgt. doth