Schwimmbad bleibt hohes Verlustgeschäft
Kell am See · 307 000 Euro Verlust hat die Verbandsgemeinde (VG) Kell am See im zu Ende gehenden Jahr aus dem Betrieb ihres Freibads in Kell erwirtschaftet. Für 2016 rechnet die VG mit 298 000 Miesen. Die Eintrittsgelder sollen trotz der Verluste nicht steigen.
Kell am See. "Trotz eines guten Sommers konnten wir unser Minus aus dem Schwimmbadbetrieb nicht senken", bedauerte Erwin Rommelfanger von der FWG-Fraktion bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats Kell am See. "Aber in das Schwimmbad zu investieren und es attraktiv zu halten ist eine Grundsatzentscheidung, deren Konsequenzen wir nunmal tragen müssen."
Auch Manfred Rauber nannte die Sache beim Namen: "Von dem Gedanken, dass wir irgendwann einmal den Fehlbetrag auf 200 000 Euro drücken können, müssen wir uns verabschieden", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im VG-Rat.
Bei aller Akzeptanz für die hohen Zuschüsse war sich der Rat einig, dass alles dafür getan werden müsse, das Bad attraktiv zu halten und möglichst viele Besucher anzulocken.
Klaus Marx, Fraktionsvorsitzender der CDU, machte dabei auf den Campingplatz aufmerksam, der im selben Wirtschaftsplan wie das Freibad geführt wird: "Wir nehmen 41 000 Euro aus Eintrittsgeldern ins Freibad ein und 79 000 Euro aus der Vermietung von Einstellplätzen für Camper - die Gewichtung müssen wir im Blick haben bei Investitionen, denn die Camper kommen auch unabhängig vom Wetter." Parteifreund Markus Lehnen ergänzte: "Wir sollten eine neuerliche Erweiterung des Campingplatzes ins Auge fassen, denn die Camper besuchen auch das Schwimmbad." Einig waren sich die Fraktionen auch darin, dass das vorgesehene Blockheizkraftwerk (BHKW) doch nicht gebaut werden soll. "Da kommt finanztechnisch nichts bei rum, zumindest nicht, solang wir nicht das Kreisjugendhaus als Kooperationspartner für die Nutzung des BHKWs gewinnen", sagte Klaus Marx. "Wir haben von Anfang an gesagt, das sich ein BHKW dort nicht lohnt", sekundierte Manfred Rauber.
Die Eintrittspreise ins Freibad werden 2016 nicht erhöht, es bleibt bei 3,80 Euro für eine Einzelkarte Erwachsene und 2,20 Euro für Jugendliche.
Einstimmig stimmte der Rat dem von VG-Bürgermeister Martin Alten vorgelegten Wirtschaftsplan 2016 für Schwimmbad und Campingplatz zu. woc